Teil eines Werkes 
2. Bdchn. (1828)
Einzelbild herunterladen

Siebente Novelle. 31

gen haben ſie darauf gerichtet, und richten ſie dar⸗ auf, mit Schreckensgeſchichten und furchtbaren Bil⸗ dern die Gemuͤther der Thoren in Furcht zu jagen, um zu zeigen, daß die Suͤnden nur durch Almoſen und Meſſen abgebußt werden können, damit ihnen, die durch Gemeinheit, nicht durch Froͤmmigkeit ihre Zuflucht zum Moͤnchwerden nahmen, und die jede Muͤhe und Anſtrengung ſcheneten, dieſer Brot brächte, jener Wein ſchickte, und wieder Andere für die Seelen ihrer Verſtorbenen eine Mahlzeit zukom⸗ men ließen. Wahr iſt es allerdings, daß Almoſen und Gebete von Suͤnden reinigen; aber wenn dieje⸗ nigen, die ſie verrichten, ſähen, wem ſie ſie darbraͤch⸗ ten, oder dieſe kennten, ſo wuͤrden ſie ſie entweder lieber fuͤr ſich behalten, oder wol gar eher eben ſo vielen Saͤuen vorwerfen. und weil ſie wohl einſe⸗ hen, wie wenig ſie Beſitzer großer Reichthuͤmer ſind, ſo fuͤhren ſie um ſo mehr ein recht bequemes Leben, und Jeder von ihnen bemühet ſich durch Schreckensgeſchichten oder durch Schreckensbilder An⸗ dere von demjenigen zuruͤckzuhalten, was er wuͤnſcht, daß es fuͤr ihn allein uͤbrig bleiben mochte. Sie ſchreien uͤber die üypigkeit gegen die Maͤnner, da⸗ mit, wenn ſie die Beſchrienen ſich vom Leibe ge⸗ ſchafft haben, die Weiber fuͤr die Schreier zurück⸗ bleiben. Sie verdammen den Wucher und den ſchändlichen Gewinnſt, damit, wenn ſie zu irgend einem Erſatz einmal angehalten werden, ſie ſich vor⸗ her erſt davon die weiteſten Kappen machen laſſen, und Bisthuͤmer oder andere Prälaturen anſchaffen