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Siebente Novelle. haben, weil ich keinen innigern Wunſch in der Welt hatte, als dieſen.
Hierauf ſage der Pilger: Madame, dies iſt die einzige Sunde, die Sie jetzt quäͤlt. Ich weiß gewiß, daß Tedaldo Sie keinesweges dazu zwang, als Sie ſich in ihn verliebten, Sie thaten es aus eigenem Willen, weil er Ihnen gefiel, und da Sie ſelbſt es wollten, kam er zu Ihnen und nahm Ihre Vertraulichkeit an, wobei Sie ihm ſowol mit Wor⸗ ten, als auch mit Thaten ſo viel Freundlichkeit be⸗ zeigten, daß, wenn er Sie auch zuerſt liebte, Sie ſeine Liebe auf tauſendfache Weiſe verdoppelten. Und wenn es ſo war, wie ich weiß⸗ daß es war, was fuͤr ein Grund konnte Sie doch nur dahin brin⸗ gen, ihm Ihre Liebe mit ſolcher Strenge zu entzie⸗ hen? Alles dergleichen muß man vorher bedenken, und wenn Sie glaubten, Sie wuͤrden es einmal, als was unrecht Gethanes, bereuen, ſo mußten Sie es gar nicht thun. So wie er der Ihrige ward, ſo wurden Sie die Seinige. Daß er nicht der Ihrige ward, das konnten Sie ganz nach Ihrem Gefallen eben ſo gut bewirken, als daß er der Ihrige ward; aber daß Sie ſich ihm wieder entzogen, nachdem Sie die Seinige geworden waren, das war ein Raub, und ungebuͤhrlich, wenn nicht auch ſein Wille dabei
war. Jetzt müſſen Sie wiſſen, daß ich auch
ein Frater bin, und deshalb alle Sitten derſelben kenne; wenn ich daher zu Ihrem Nutzen mich des Breiteren uͤber ſie auslaſſe, ſo wird ſich das fuͤr mich weit eher ſchicken, als fur einen Anderen. Und


