Teil eines Werkes 
2. Bdchn. (1828)
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Siebente Novelle. 23

gewiß vermuthete, ſie moͤchte wohl gar geſtorben, oder von hier weggezogen ſeyn. Gedankenvoll kehrte er daher nach dem Hauſe der Bruͤder zuruͤck, vor welchem er vier von ſeinen Bruͤdern, ganz ſchwarz gekleidet, erblickte; hieruͤber verwunderte er ſich gewaltig. Indeſſen, da er ſelbſt wußte, wie entſtellt er durch ſeinen Anzug und an ſeiner ganzen Geſtalt gegen das wäre, was er zu ſeyn pflegte, als er fortging, ſo daß er ſo leicht nicht erkannt werden konnte; ſo trat er ganz dreiſt einen Schuhmacher an, und fragte den, warum die da ſchwarz gekleidet waͤren.

Der Schuhmacher antwortete ihm: Die ſind ſchwarz gekleidet, weil es noch nicht vierzehn Tage her iſt, daß ein Bruder von ihnen, der ſeit langer Zeit nicht hier war, Namens Fedaldo, erſchlagen worden iſt, und es iſt mir ſo, als wenn ich gehoͤrt hätte, ſie haͤtten bei Hofe bewieſen, daß ein gewiſſer Aldobrandino Palermini, der auch feſtgeſetzt iſt, ihn erſchlagen haͤtte, weil er ſich mit ſeiner Frau gut verſtanden und ganz unerkannt hierher zuruͤckgekehrt waͤre, um mit ihr zuſammen zu ſeyn.

Tedaldo wunderte ſich ſehr, daß einer ihm ſo ähnlich geweſen ware, daß man den für ihn gehal⸗ ten haͤtte, und Aldobrandino's Mißgeſchick jammerte ihn. Indeſſen, da er gehoͤrt hatte, daß die Frau noch am Leben und geſund waͤre, ſo kehrte er, da es ſchon Nacht geworden, voll mancherlei Gedan⸗

ken, nach dem Wirthshauſe zuruͤck, woſelbſt ihm,

nachdem er mit ſeinem Bedienten zu Abend gegeſſen hatte, faſt auf dem oberſten Boden des Hauſes eine