4⁸ Dritter Tag. wären Sie daruͤber aufgebracht geworden, und haͤt⸗ ten deshalb dieſe Worte und dieſen Lärm gemacht; und Sie wiſſen, die Leute ſind geneigter eher das Boͤſe als das Gute zu glauben; darum wuͤrde man denn auch Ihnen weniger als mir glauben. Alsdann wurde zwiſchen Ihrem Manne und mir eine toͤdtliche Feindſchaft entſtehen, und es koͤnnte leicht ſo weit gehen, daß entweder ich ihn oder er mich, um⸗ brachte; und daruͤber koͤnnten Sie doch nimmermehr weder vergnuͤgt, noch ruhig ſeyn. Und deshalb, Seele meines Lebens, bringen Sie ſich nicht in Schande, und ſetzen Sie Ihren Mann und mich nicht in Gefahr und Zwiſtigkeiten. Sie ſind nicht die Erſte und werden auch nicht die Letzte ſeyn, die hintergangen worden, und ich habe Sie nicht hinter⸗ gangen, um Ihnen Ihre Liebe zu rauben, ſondern aus dem übermaß derjenigen Liebe, die ich gegen Sie fühle, und ich werde immer bereit ſeyn, dieſe gegen Sie zu füͤhlen, und Ihr unterthänigſter Diener zu ſeyn. und ob es gleich ſchon eine geraume Zeit iſt, daß ich, alles das Meinige, und alles, was ich nur kann und vermag, ganz das Ihrige und zu Ihren Dien⸗ ſten geweſen iſt, ſo geht doch meine Abſicht dahin, daß Alles von jetzt an noch viel mehr das Ihrige ſeyn ſolle. übrigens ſind Sie in allen andern Fäl⸗ len ſo weiſe, und daher bin ich uͤberzeugt, Sie wer⸗ den es auch in dieſem ſeyn.
Gatella weinte, wahrend Richard disſe Worte ſprach, ſehr, und ob ſie gleich uͤberaus aufgeregt war, und ſich ſehr beklagte, ſo gab die Vernunft
—


