Dritter Tag.
Das Zimmer war ganz finſter, woruͤber beide Theile ſehr zufrieden waren, ſo daß auch ſelbſt nach laͤngerem Verweilen darin, die Augen noch immer die Kraft zu ſehen nicht wieder erhielten. Richard fuͤhrte ſie zum Bette hin, und ohne zu reden, damit Keiner an der Stimme erkannt werden moͤchte, ver⸗ weilten ſie eine lange Zeit mit dem groͤßten Vergnu⸗ gen und mit der groͤßten Wonne, ſo wie des einen, wie auch des andern Theiles darin.
Allein, nachdem es Catella Zeit zu ſeyn ſchien, ihren lange verhaltenen Unwillen auszulaſſen, fing ſie, von gluͤhendem Zorne entbrannt, zu reden an:
Ach, wie jammervoll iſt doch das Loos der Frauen, und wie iſt die Liebe ſo vieler gegen die Maäͤnner ſo ſchlecht angebracht! Ich Elende! acht Jahr ſchon ſind es, daß ich Dich mehr als mein Le⸗ ben geliebt habe, und Du, wie ich erfahren muß, biſt ganz entbrannt und verzehrſt Dich in Liebe ge⸗ gen eine fremde Frau, boͤſer, gottloſer Mann, der Du biſt! Mit wem glaubſt Du aber wohl, daß Du zuſammen biſt? Du biſt mit der zuſammen gewe⸗ ſen, die Du ſchon, wer weiß wie lange, mit falſchen Schmeicheleien hintergangen und der Du Liebe er⸗ logen haſt; da Du doch in eine Andere verliebt biſt. Ich bin Catella, bin nicht Richards Frau, Treu⸗ vergeſſener, Betruͤger, Du! Hoͤre, Du wirſt meine Stimme ſchon wieder erkennen, ich bin es ſelbſt; und ich kann die Zeit nicht erwarten, bis wir bei hellem Tageslichte zuſammen kommen, um Dich ſo zu beſchaͤmen, wie Du es verdienſt,


