Sechſte Novelle. 11 dieſem Bade ſeyn; woruͤber das Weib ganz zufrie⸗ den fortging. Nun denke ich doch wohl, Sie werden nicht glauben, daß ich ſie dahin ſchicken werde; im Gegentheil, wenn ich in Ihrer Stelle waͤre, ſo wuͤrde ich es ſo veranſtalten, daß er mich an die Stelle derjenigen, die er dort zu finden glaubte, daſelbſe träfe; und waͤre ich denn eine Zeit lang mit ihm zuſammen geweſen, ſo wuͤrde ich ihn merken laſſen, mit wem er wirklich zuſammen geweſen waͤre, und ihm den Lohn zukommen laſſen, der ſich fuͤr ihn ſchickt. Wenn Sie das thaͤten, ſo glaube ich, wurde er eine ſolche Beſchaͤmung daruͤber erhalten, daß die Kränkung, die er ſowohl Ihnen, als auch mir an⸗ thun wollte, mit einemmale gerochen ſeyn wuͤrde. Sobald Catella dies hoͤrte, gab ſie, wie es die Eiferſuͤchtigen gewoͤhnlich zu machen pflegen, ohne weder darauf, wer der war, der ihr dies ſagte, noch auf ſeine Betruͤgereien Ruͤckſicht zu nehmen, dieſen Worten Glauben, und reimte ſo manches, was etwa vorher gegangen ſeyn mochte, hiermit zuſammen. Dann antwortete ſie, vom ploͤtzlichen Zorne ent⸗ flammt, ſie wuͤrde es gewiß thun, denn dies waͤre
eben nicht ſo etwas Schweres, und wenn er denn nur
hinkame, wuͤrde ſie ihm gewiß eine ſolche Schande anthun, daß es ihm, ſo oft er nur eine Frau ſaͤhe, wieder zu Kopfe ſteigen wuͤrde.
Richard, hieruͤber ſehr zufrieden, bekraͤftigte es ihr, da er glaubte, daß ſein Rath vortrefflich gewe⸗ ſen waͤre und ſicher anſchlagen wuͤrde, noch mit vie⸗ len anderen Worten, und machte es ihr dadurch noch


