Teil eines Werkes 
2. Bdchn. (1828)
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Sechſte Rovelle. 9

was ich Ihnen, wenn Sie nur wollen, zeigen will, ſo daß Sie es mit eigenen Augen ſehen koͤnnen.

Die Dame war mit dem zufrieden, warum er bat, und weil ſie glaubte, es wäre wahr, ſchwur ſie ihm noch um ſo mehr, Keinem ein Wort davon zu ſagen. Sie gingen daher bei Seite, ſo daß ſie von Niemand gehoͤrt werden konnten, worauf als⸗ dann Richard alſo zu reden anfing:

Madame, wenn ich Sie noch liebte, ſo wie ich Sie wirklich einſt geliebt habe, ſo wuͤrde ich nicht ſo dreiſt ſeyn, Ihnen etwas zu ſagen, wovon ich glaubte, daß es Ihnen wehe thun muͤßte; allein, da dieſe Liebe voruͤbergegangen iſt, ſo kuͤmmere ich mich weniger darum, Ihnen von allem die Wahr⸗ heit zu eroͤffnen. Ich weiß nicht, ob Philippello ſich die Liebe, die ich fuͤr Sie hegte, jemals zur Schande gerechnet, oder auch nur geglaubt hat, daß ich von Ihnen geliebt wuͤrde; indeſſen mag das doch ſeyn, wie es wolle, gegen mich hat er ſich nie auch nur das Geringſte daruber merken laſſen. Allein jetzt, wo er vielleicht nur die Zeit hat abwarten wollen, da er glaubte, ich haͤtte weniger Ver⸗ dacht, jetzt zeigt er, daß er mir das anthun wolle, was ich furchte, daß er beſorgte, ich moͤchte es ihm angethan haben, naͤmlich, meine Frau zu ſeiner Luſt haben zu wollen; denn ich merke, daß er ſie ſeit eben noch nicht langer Zeit ganz im Stillen durch mehrere Abgeſandte beſchickt hat. Alles dies habe ich von ihr ſelbſt wieder erfahren, und ſie hat ihm darauf ihre Antworten gegeben, wie ich es ihr auf⸗