Dritter Tag.
Dies kann Euch fur die Zukunft zur Warnung die⸗ nen, und uͤber die Vergangenheit Vergnuͤgen ge⸗ waͤhren.
In Neapel— eine ſehr alte Stadt, und viel⸗ leicht ſo angenehm, ja wohl angenehmer noch, als jede andere in Italien— lebte einſt ein junger Mann, beruͤhmt durch den Adel ſeines Blutes, und glaͤnzend durch ſeine vielen Reichthuͤmer, mit Namen Richard Minutolo. Ob er gleich eine ſehr ſchoͤne,
junge und liebenswurdige Frau hatte, verliebte er
ſich dennoch in eine, welche nach Aller Meinung alle anderen neapolitaniſchen Frauen an Schoͤnheit bei weitem uͤbertraf, Catella hieß, und die Frau eines jungen, ebenfalls edlen Mannes, Namens Philippel Fighinolfo, war, den ſie, als eine ſo ſittſame Dame, über Alles liebte und ſchaͤtzte. Da alſo Richard Minutolo dieſe Catella liebte, und alles that, wo⸗ durch man nur die Gunſt und die Liebe einer Frau ſich erwerben kann, trotz dem allen aber zu keinem ſeiner Wuͤnſche bei ihr gelangen konnte, ſo verzwei⸗ felte er beinahe; und da er ſich von ſeiner Liebe
nicht loszureißen wußte, noch konnte, ſo mochte er
weder ſterben, noch daß es ihm zu leben erfreut haͤtte. In dieſer Lage ward er von Frauen, welche ſeine Anverwandten waren, eines Tages ſehr zuge⸗ ſetzt, er möchte doch vor er Liebe davon bleiben, weil er ſich umſonſt abn hte, und Catella kein an⸗ deres Gut vatte, als Philippello, auf den ſie ſo ei⸗
er en


