Teil eines Werkes 
2. Bdchn. (1828)
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Sechſte Novelle.

Richard Minutolo liebt die Frau Philippello Fighinolfi's; da er merkt, daß dieſe eiferſuͤchtig iſt, ſpiegelt er ihr vor, Philippello wolle den folgenden Tag mit ſeiner Frau in einem Bade zuſammen kommen; dadurch bringt er es dahin, daß ſie hingeht, und da ſie glaubt, daß fie mit ihrem Manne zuſammen geweſen waͤre, findet es ſich daß ſie ſich bei Richard aufgehalten hat.

Nicts blieb Elifen mehr zu ſagen uͤbrig, als die Koͤnigin, nachdem ſie die Verſchmitztheit des Zierlings gelobt hatte, Fiametter aufgab, mit etwas hervorzutreten.

In vollem Lachen antwortete dieſe: Gern, gua⸗ dige Frau, und fing an: Wir muͤſſen einmal uns aus unſerer Stadt hinausmachen, die, ſo wie ſie an andern Dingen, ſo auch an Beiſpielen zu jeglichem Gegenſtande einen überfluß hat, und wollen, wie ſchon Eliſa gethan, von etwas erzählen, was ſich in einer andern Himmelsgegend zugetragen hat. und wenn ich mich denn deshalb nach Neapel begebe, ſo will ich erzaͤhlen, wie eine von jenen Betſchweſtern, die ſich fuͤr die Liebe 1. hat ſo ſtoͤrriſch bezeigen, dennoch durch die Klugheit ihres Liebhabers dahin gebracht ward, daß ſie eher die Fruchte der Liebe genoß, ehe ſie ihre Bluͤthen kennen gelernt hatte.