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halten, magſt Du auch mit mir verfahren, wie Du willſt.
Da Conrad dieß hoͤrte, erſtaunte er uͤber die Hoheit ſeiner Seele, erkannte ſeine heiße Liebe und gewann ihn darum nur um ſo lieber; deßhalb ſtand er auf, umarmte ihn und kuͤßte ihn, und ohne nur einen Augenblick noch zu verziehen, befahl er, daß Spina ganz unbemerkt hierher gefuͤhrt wuͤrde.
Sie war im Gefaͤngniß ebenfalls mager, blaß und ſchwach, ja gleichſam ein ganz anderes Frauen⸗ zimmer geworden, als ſie geweſen war, und ſchien eben ſo wie Johann ein ganz anderer Menſch; den⸗ noch wurde in Gegenwart Conrads mit allgemeiner übereinſtimmung die Verlobung, nach unſern Sit⸗ ten, vollzogen. Und da mehrere Tage verfloſſen waren, ohne daß irgend ein Menſch gemerkt haͤtte, was geſchehen war, er aber das, was ſie noͤthig hatten, oder zu ihrem Vergnuͤgen gereichte, hatte in Stand ſetzen laſſen, ſchien es ihm Zeit, auch den Muͤttern die Freude zu machen. Er ließ daher ſeine Gemahlin und Cavriuola rufen, und redete ſie dan ſo an:
Was wuͤrden Sie wohl ſagen, Madame, wenn ich Ihnen Ihren alteſten Sohn wieder verſchaffte, und noch dazu als den Gemahl einer meiner Töchter?
Worauf Gavriuola antwortete: Ich koͤnnte Ihnen nichts anders ſagen, als: wäre es moglich, daß ich Ihnen noch verpflichteter ſeyn koͤnnte, als ich es ſchon bin, ſo wirde ich es Ihnen dadurch werden, wenn Sie mir etwas wiedergaͤben, was mir lieber
Sechſte Novelle. 197
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