Teil eines Werkes 
1. Bdchn. (1827)
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Zweiter Tag.

ner Seele ihm nicht an die Hand gegeben haͤtte, was er ſagen ſollte, und deshalb antwortete er:

Conrad, weder das Verlangen nach Herrſchaft, noch die Begierde nach Geld, noch irgend ein ande⸗ rer Grund hat mich jemals dazu vermocht, als ein Verraͤther Deinem Leben oder allen dem Deinigen Fallen zu legen. Ich liebte Deine Tochter, liebe ſie noch und werde ſie ewig lieben, und wenn ich mich, nach der Meinung der Philiſter, weniger anſtaͤndig gegen ſie betragen habe, ſo habe ich ein Vergehen begangen, was der Jugend ſtets eigen bleiben wird, und wollteſt Du es aus der Welt fortſchaffen, ſo muͤßteſt Du erſt die Jugend fortſchaffen; und woll⸗ ten die Alten ſich dann ferner erinnern, daß ſie auch jung waren, und Anderer Fehler mit den ihri⸗ gen, und die ihrigen mit Anderer vergleichen, ſo wuͤrde, was ich als Freund, aber keineswegs als Feind begangen habe, weder Dir noch den Andern ſo ſtrafbar erſcheinen. Das, was Du zu thun mir angeboten haſt, habe ich immer ſehnlichſt gewuͤnſcht, und wenn ich haͤtte glauben koͤnnen, daß es mir wuͤrde zugeſtanden werden, ſo haͤtte ich es ſchon längſt erbeten; und darum iſt es mir jetzt um ſo werther, je geringer meine Hoffnung dazu war. Haſt Du aber das nicht auch wirklich im Sinn, was Deine Worte zeigen, ſo nähre mich nicht mit fal⸗ ſchen Hoffnungen, laß mich in's Gefaͤngniß zuruck⸗ kehren, und laß mich dort, ſo lange es Dir gefaͤllt, lich guälen, immer werde ich Spina lieben, immer aus Liebe fuͤr ſie Dich lieben und Dich in Ehrfurcht