194
was zu fragen, Conraden alles dieß, ſobald er nur Zeit dazu bekam.
Als Conrad dieß gehort hatte, ging er, ob er gleich gegen den Gefangenwaͤrter that, als wenn es ihn gar nicht kuͤmmerte, ſogleich zur Madonna Be⸗ ritola, und fragte ſie freundlich, ob ſie mit Hein⸗ rich einen Sohn gehabt haͤtte, deſſen Name Gott⸗ fried geweſen.
Die Dame antwortete mit Thraͤnen in den Au⸗ gen, daß, wenn der aͤlteſte von ihren beiden Soͤh⸗ nen, die ſie gehabt haͤtte, noch lebte, er ſo heißen und etwa zwei und zwanzig Jahr alt ſeyn wuͤrde.
Da Conrad dieß hoͤrte, war er der Meinung, er muͤſſe es ſelbſt ſeyn, und ſogleich fiel es ihm ein, wenn es wirklich ſo waͤre, ſo koͤnne er mit einem Male einen großen Beweis ſeiner Mildtha⸗ tigkeit ablegen, und ſeine und ſeiner Tochter Schan⸗ de vertilgen, wenn er ſie ihm zur Frau gaͤbe. Er ließ daher den Johann ganz im Stillen kommen, und eraminirte ihn Punkt fuͤr Punkt uͤber ſein fruͤ⸗ heres Leben; und da er aus deutlichen Anzeigen fand, er waͤre wirklich Gottfried, der Sohn Hein⸗ rich Capece's, ſagte er zu ihm:
Johaun, Du weißt, was fuͤr einen, und was fuͤr einen großen Schimpf Du mir in meiner eige⸗ nen Tochter gngethan haſt, da doch Du, den ich ſo gut und ſo freundlich behandelte, meine Ehre unt alles das Meinige, wie es die Pflicht eines Diener iſt, haͤtteſt zu befoͤrdern ſuchen ſollen. Viele an meiner Stelle wuͤrden, wenn Du ihnen das ange⸗
Zweiter Tag.


