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Sechſte Novelle.
von einem der ihn Bewachenden hoͤrte, ſtieß er einen tiefen Seufzer aus und ſagte: Ich ungluͤcklicher, vierzehn Jahre ſind verfloſſen, daß ich mich kuͤm⸗ merlich durch die Welt quaͤle, und nichts anderes erwartete als dieß, was jetzt, da es erfolgt iſt, da⸗ mit ich kein Gluͤck mehr zu hoffen haben ſoll, mich im Gefaͤngniſſe findet, aus welchem ich nicht an⸗ ders als todt jemals herauszukommen hoffen darf!
Nun, ſagte der Gefangenwaͤrter, was geht denn Dich das an, was die groͤßten Koͤnige mit einander vorhaben? Was hätteſt Du denn in Stilien zu thun?
Worauf Johann antwortete: O! das Herz moch⸗ te mir zerſpringen, wenn ich daran denke, was mein Vater einſt da zu thun hatte, den ich, obgleich ich noch ein Kind war, als ich daraus fluͤchtete, mich erinnere, als einen großen Herrn dort geſehn zu haben, bei Lebzeiten des Koͤnigs Manfredi.
und wer war denn Dein Vater? fuhr der Ge⸗ fangenwaͤrter fort.
Mein Vater? ſagte Johann, jetzt kann ich es ganz ſicher offenbaren, da ich doch in der Gefahr mich befinde, vor welcher ich mich fuͤrchtete, wenn ich es je entdeckte. Es war, und iſt noch, wenn er lebt, Heinrich Capece, und mein Name iſt Gottfried, aber nicht Johann; und ich zweifle gar nicht, daß, wenn ich hier heraus ware und nach Sizilien zuruͤck⸗ kehrte, ich nicht daſelbſt einen bedeutenden Platz be⸗ kommen ſollte.
Der ehrliche Mann erzahlte, ohne noch weiter Boccaccio's ſämmtl. W. 1. 13


