192 Zweiter Tag.
eilte deßhalb, da er einige Worte daruͤber gegen ſie hatte fallen laſſen, mit ihrem Gemahl zu ſprechen. Inſtaͤndigſt bat ſie ihn, er moͤchte ſich doch von ſei⸗ nem Zorne nicht uͤberraſchen laſſen, noch in ſeinem Alter der Moͤrder ſeiner Tochter zu werden, und ſeine Hand mit dem Blute eines Dieners zu beſu⸗ deln; er moͤchte lieber auf eine andere Art ſeinem Zorne genuͤgen, ihn einkerkern und im Gefaͤngniſſe ſchmachten und ſein begangenes Vergehen beweinen laſſen. Solche und noch viele andere gute Worte mehr gab ihm die fromme Frau, damit ſie ſeinen Sinn davon abbraͤchte, ſie zu toͤdten; und rieth ihm dagegen, er moͤchte Jeden von ihnen an verſchie⸗ denen Ortern in's Gefaͤngniß einſetzen laſſen; dort könnten ſie, wohl bewacht, bei weniger Speiſe und vielen Unbequemlichkeiten ſo lange ſitzen, bis er ein Anderes uͤber ſie beſchloͤſſe. Und dieß geſchah denn auch.
Was fuͤr ein Leben ſie in der Gefangenſchaft fuͤhrten, bei fortwaͤhrenden Thraͤnen und längerem Faſten, als es fuͤr ſie noͤthig geweſen ware, kann ſich ein Jeder leicht denken.
Da min Johann und Spina ein ſo klaͤgliches Le⸗ ben fuͤhrten, was ſchon ein Jahr gedauert hatte, ohne daß Conrad ſich ihrer erinnert haͤtte, geſchah es, daß der Koͤnig Peter von Arragonien, durch Unter⸗ handlungen mit Meſſer Johann von Procida, die Inſel Sizilien zur Empoͤrung veranlaßte, und ſie dem Koͤnig Carl wieder wegnahm; hieruͤber war Con⸗ rad, als Gibelline, ſehr erfreut. Da Johann dieß


