—
190 Zweiter Tag. dig mit der Amme mehrere Jahre im Hauſe des Herrn Gasperino.
Aber Johann, ſchon ſechzehn Jahre alt, zeigte mehr Geiſt, als fuͤr einen Bedienten noͤthig war, und verachtend die Gemeinheit einer dienenden Lage, beſtieg er eine Galeere, die nach Alexandrien ging, trat in die Dienſte des Herrn Gasperino, verſuchte es in verſchiedenen Parthieen, aber in keiner wollte es ihm gluͤcken. Endlich, nach Verlauf von drei oder vier Jahren, nach der mit Perrn Gasperino gemachten Abreiſe, kam er, da er ein ſchoͤner junger Mann und von anſehnlicher Groͤße geworden war, und gehoͤrt hatte, daß ſein Vater, den er fuͤr todt hielt, noch am Leben wäre, aber vom Koͤnig Cark in Gefangenſchaft und Sklaverei gehalten wuͤrde, und er, gleichſam an ſeinem Gluͤcke verzweifelnd, als ein Vagabonde umherſchweifte, nach Lunigiana, trat daſelbſt als Bediente in die Dienſte des Herrn Conrad Maleſpina, und diente ihm ſehr ordentlich und gern. Ob er hier gleich ſeine Mutter, welche ſich bei Conrads Gemahlin aufhielt, ſehr oft ſah, erkannte er ſie nicht ein einziges Mal, noch ſie ihn, ſo ſehr hatte das Alter den Einen und die Andere gegen das, was ſie waren, als ſie ſich das letzte Mal ſahen, veraͤndert.
Waͤhrend Johann nun ſich in Conrads Dienſte befand, ereignete es ſich, daß eine Tochter Conrads, deren Name Spina, und die, als Wittwe eines Ni⸗ colaus von Grignano zuruckgeblieben war, in das Haus ihres Vaters zuruckkehrte, welche ſehr ſchoͤn, einneh⸗
———
—„—„——————


