Teil eines Werkes 
1. Bdchn. (1827)
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Sechſte Novelle. 189

Verluſt ihrer Herrſchaft, und uͤber das Elend, wor⸗ in ſie und die zwei Kinder verfallen waren, klagte lange Zeit daruber; allein da ſie ſah, daß ihre Thraͤ⸗ nen nichts halfen, und ſie mit ihnen dienen mußte, war, wenn auch gleich ein armes Weib nur, den⸗ noch geſcheut und vorſichtig. Sie gab ſich daher, ſobald ſie nur konnte, zufrieden; dann uͤberdachte ſie, wohin ſie gekommen waͤren, und ſah wohl ein, daß, wenn die beiden Kinder erkannt wuͤrden, ihnen viel Hinderniſſe moͤchten in den Weg gelegt werden; uͤbri⸗ gens aber hoffte ſie, daß, es moͤchte auch ſeyn wenn es wollte, ſich ihr Schickſal doch wohl einmal aͤn⸗ dere, und ſie, wenn ſie nur am Leben blieben, doch einmal wieder in ihren verlornen Stand zuruͤckkehren könnten. Daher dachte ſie keinem Menſchen anzu⸗ vertrauen, wer ſie waͤren, bis ſie nicht eine gelegene Zeit dazu abſaͤhe; ſie ſagte daher einem Jeden, der ſie danach fragte, daß es ihre Kinder wären, und nannte den älteſten nicht Gottfried, ſondern Johann von Procida, um dem juͤngſten ſeinen Namen zu ver⸗ aͤndern, darum bekuͤmmerte ſie ſi ich nicht; dann er⸗ kläͤrte ſie es auch mit allem Fleiß Gottfried, warum ſie ſeinen Namen veraͤndert hätte, und welche Ge⸗ fahr es fuͤr ihn haben koͤnne, wenn er erkannt wuͤr⸗ de; und dieß brachte ſie ihm nicht Ein Mal, ſondern mehrere Mal in Erinnerung. Der Knabe, der recht verſtändig war, folgte den Lehren der Amme auf*5 Beſte. Die beiden Knaben blieben daher, immer ſo ſchlecht gekleidet, und noch elender beſchuhet, und bei den gemeinſten Dienſten beſchaͤftiget, ganz gedul⸗