Zweiter Tag. doch irgend eine Geſellſchaft gefunden, und war, ſich mit Kraͤutern naͤhrend und Waſſer trinkend, da⸗ bei, ſo oft ſie ſich ihres Gemahls, ihrer Soͤhne und ihres verfloſſenen Lebens erinnerte, in Thraͤnen ausbrechend, entſchloſſen, hier zu leben und zu ſter⸗ ben. Mit den Ziegen war ſie eben ſo vertraut ge⸗ worden, als ſie es mit ihren Kindern geweſen war. Auf dieſe Art hier lebend, war die gute Frau faſt zur Wilden geworden, als nach mehreren Mo⸗ naten gluͤcklicher Weiſe ein Piſaniſches Schiff gerade da anlangte, wo ſie fruͤher angekommen war, um einige Tage daſelbſt zu verweilen. Auf dieſem Schiffe vefand ſich ein edler Mann, Namens Conrad Mar⸗ cheſe Maleſpina, mit ſeiner wackern und frommen Frau, welche von einer Pilgerreiſe nach allen heili⸗ gen Hrtern, die ſich in Apulien befinden, herkamen, und nach Hauſe zuruͤckkehrten. Um ſich und ſeiner Gemahlin die Grillen zu vertreiben, ging er mit ſeinen Leuten und ſeinen Hunden eines Tages auf der Inſel umher, und nicht weit von dem Orte, wo ſich Madame Beritola befand, fingen Conrad's Hunde an die zwei Ziegen zu verfolgen. Als dieſe Ziegen von den Hunden ſo gejagt wurden, wußten ſie nirgends anders hinzufliehen, als nach der Hoͤhle, in welcher Madame Beritola ſich befand. Sobald
dieſe dieß ſah, ſtand ſie auf, nahm einen Stock und.
trieb die Hunde zuruͤck; da kamen aber Conrad und ſeine Gemahlin, die ihren Hunden nachgegangen wa⸗ ren, hinzu, und verwunderten ſich nicht wenig, als ſie dieſe, die ſo braun, mager und behaart geworden
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