Teil eines Werkes 
1. Bdchn. (1827)
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184 Zweiter Tag.

wo ſie ſich ganz dem Schmerz uͤber den Verluſt ihres Heinrichs uͤberließ, und hierher ging ſie alle Tage. Als ſie auch einmal mit ihrem Schmerz hier beſchaͤf⸗ tigt war, landete ploͤtzlich, ohne daß es nur irgend Jem and von dem Schiffsvolke, oder ſonſt ein Ande⸗ rer bemerkt haͤtte, eine Galeere mit Corſaren, welche Alle ohne Ausnahme zu Gefangenen machten, und dann wieder davon ſegelten.

Nachdem Madame Beritola ihr tägliches Kla⸗ gen beendigt hatte, kehrte ſie nach dem Ufer zuruͤck, um ihre Soͤhne zu ſehen, wie ſie es zu thun gewohnt war; aber ſie fand keinen Menſchen mehr daſelbſt. Anfangs verwunderte ſie ſich daruͤber, dann aber, argwoͤhnend, was geſchehen ſeyn moͤchte, warf ſie ihr Auge uͤber's Meer hin, und ſah die Galeere, die noch nicht weit entfernt war, und das Schiff hinter ſich her ziehen. Deutlich ſah ſie jetzt ein, daß ſie, ſo wie ihren Gemahl, auch ihre Kinder verlohren haͤtte; und, ſich hier arm, allein, verlaſſen, ohne zu wiſſen, wo ſie je nur irgend einen Menſchen wie⸗ derfinden wuͤrde, erblickend, ſank ſie halb todt, nach ihrem Gemahl und ihren Kindern rufend, am Ufer nieder Hier war Keiner, der nur mit einem Tropfen friſchen Waſſers, oder mit einem andern Mittel ihre verirrten Kraͤfte wieder zuruͤckgerufen haͤtte; und da⸗ her konnte ihr Geiſt nach Gefallen hinſchwaͤrmen, wohin er wollte. Indeſſen da die verlornen Kraͤfte in ihren elenden Koͤrper, zugleich mit den Thränen und den Klagen, wiedergekehrt waren, rief ſie lange nach ihren Kindern, und lief in alle Hoͤhlen umher,