Teil eines Werkes 
1. Bdchn. (1827)
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Sechſte Novelle.

ſel in Haͤnden hatte, und erfuhr, daß der Koͤnig Carl I. Manfredi'n bei Benevent uͤberwunden und ge⸗ todtet haͤtte; daß ſich das ganze Reich ihm zuwen⸗ dete, er auch wenig Zutrauen in die kurze Treue der Sizilianer ſetzte, und durchaus kein Unterthan von dem Feinde ſeines Herrn werden wollte, ſo ruͤſtete er ſich zur Flucht. Allein ſobald die Sitzilianer dieß erfuhren, ward er und noch viele andere Freun⸗ de und Diener des Koͤnigs Manfredi als Gefangene dem Koͤnig Carl uͤberliefert, und dieſem auch als⸗ dann der Beſitz der Inſel eingeraumt.

Madonna Beritola, die bei ſolchen Umwälzun⸗ gen nicht wußte, was aus Heinrich geworden waͤre, und immer das, was noch kommen koͤnnte, befurch⸗ tete, ließ, aus ſittſamer Furcht, Alles im Stich, beſtieg, ſelbſt in andern umſtaͤnden und arm, mit einem Sohn, von etwa acht Jahren, Namens Gott⸗ fried, eine Barke, und floh nach Lipari; hier gebar ſie einen zweiten Knaben, den ſie den Vertriebe⸗ nen nannte. Nachdem ſie eine Amme angenommen, begab ſie ſich mit allem Ihrigen zu Schiff, um nach Neapel zu ihren Eltern zuruͤckzukehren. Allein es er⸗ folgte anders, als ihre Abſicht war; denn durch die Gewalt des Windes ward das Schiff, was nach Neapel ſegeln ſollte, nach der Inſel Ponzo verſchla⸗ gen, wo ſie in einen kleinen Meerbuſen einliefen, um beſſeres Wetter zu ihrer Reiſe abzuwarten.

Madame Beritola, die, wie die Andern, auf der Inſel an's Land geſtiegen war, hatte auf der⸗ ſelben einen einſamen und entlegenen Ort gefunden,

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