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Fuͤnfte Novelle. 177 Hitze wegen, als auch weil ſie hinter Einem herge⸗ laufen waren, Durſt hatten, an diefen Brunnen, um einmal zu trinken; als die Beiden dieſe erblickten, nahmen e ſogleich die Flucht, ohne daß die Polizei⸗ diener, welche nur um zu trinken hergekommen waren, ſie bemerkt haͤtten. Nachdem Andreas unten in dem Brunnen ſich gewaſchen hatte, ſchuttelte er am Seile; Jene aber, durſtig, legten ihre Geraͤthſchaften, ihre Waffen und ihre Kleider ab, zogen das Seil herauf, in der Meinung, daß der Eimer voll Waſſer daran hinge.
Als Andreas ſah, daß er dem Rande des Brun⸗ nens nahe genug waͤre, ließ er das Seil mit den Haͤnden los, und ſchwang ſich heraus. Sobald jene dieß ſahen, ließen ſie, von Furcht ergriffen, ohne ein Wort zu ſagen, das Seil fahren und liefen davon, ſo weit ſie nur konnten.
Andreas, hieruͤber ſehr erſtaunt, waͤre wohl gar, zu ſeinem groͤßten Schaden, wo nicht gar todt, in den Brunnen wieder hinabgeſtuͤrzt, wenn er ſich nicht recht feſtgehalten haͤtte; indeſſen er ſtieg her⸗ aus, und da er die Waffen fand, von denen er doch wußte, daß ſeine Gefaͤhrten ſie nicht gehabt hatten, wunderte er ſich noch mehr. Aber in ſolcher Unge⸗ wißheit, ſelbſt nicht wiſſend was, und mißmuͤthig uͤber ſein Geſchick, beſchloß er, ohne etwas anzuruͤh⸗ ren, fortzugehen; und ſo ging er, ohne ſelbſt zu wiſſen wohin. Indeſſen, als er ſo vor ſich hin ging, ſtieß er wieder auf ſeine beiden Gefaͤhrten, welche zuruͤckkamen, um ihn aus dem Brunnen zu ziehen. Boccaccio's ſämmtl. W. 1. 2
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