168 Zweiter Tag.
darauf fortgehen wollte, weil es Zeit zum Abendeſ⸗ ſen war, hielt ſie ihn zwar ganz und gar nicht da⸗ von zuruͤck, ſondern that nur, als wenn ſie ſich ſehr daruͤber bekuͤmmerte, und ſagte, ihn umarmend: Ich Ungluckliche, da ſehe ich doch ganz deutlich, wie we⸗ nig lieb ich Dir bin! Denn was ſoll ich davon den⸗ ken, daß, da Du bei einer Schweſter, die Du noch nie geſehen haſt, und in ihrem eigenen Hauſe biſt, wo Du ſogleich, als Du hierher kamſt, haͤtteſt ab⸗ ſteigen ſollen, von dieſer fortgehen, und im Wirths⸗ hauſe eſſen willſt? Nein! Du mußt mit mir eſſen; und obgleich mein Mann nicht zu Hauſe iſt, was mir ſehr leid thut, ſo werde ich Dich doch, wenn ich auch nur ein Weib bin, ſchon ein wenig zu un⸗ terhalten wiſſen.
Andreas, der hierauf nichts anders zu antworten wußte, ſagte: Ich habe Dich ſo lieb, als man eine Schweſter nur haben kann, allein, wenn ich nicht ginge, wuͤrde man mich den ganzen Abend erwarten, und das waͤre unartig von mir.
Hierauf antwortete ſie: Gottlob! ich habe al⸗ lenfalls noch einen, den ich hinſchicken kann, um ſagen zu laſſen, daß ſie nicht auf Dich warten ſollten; noch hoͤflicher wuͤrde es freilich ſeyn, und wohl gar Deine Pflicht, wenn Du Deinen Gefaͤhrten ſagen ließeſt, ſie moͤchten zum Abendeſſen hierher kommen, und wenn Du alsdann doch fortgehen wollteſt, ſo koͤnn⸗ tet Ihr alle in Geſellſchaft gehen.
Andreas antwortete: er verlange dieſen Abend


