30 Erſter Tag. werden könnte? Da irren wir ſehr, da betruͤgen wir uns, da wären wir ſehr einfaͤltig, wenn wir das glaubten. Wenn wir uns nur einmal erinnern wol⸗ len, was fuͤr, und wie viel junge Maͤnner und Frau⸗ en von dieſer grauſamen Peſt aufgerieben worden ſind, ſo ſehen wir den deutlichen Beweis davon. Da⸗ mit wir nun weder aus Starrſin, noch aus Fahr⸗ läſſigkeit nicht in den Fehler fallen, dem wir gluck⸗ licherweiſe auf irgend eine Art, wenn wir nur wol⸗ len, entgehen konnten(ich weiß zwar nicht, ob Ihr dieſelbe Anſicht habt, die ich habe), ſo wuͤrde ich es fuͤr das Beſte halten, wenn wir, ſo wie wir hier ſind, und ſo, wie es viele vor uns ſchon gethan ha⸗ ben und noch thun, aus dieſer Gegend auszoͤgen, die unanſtaͤndigen Beiſpiele der Andern, wie den Tod, ſlohen, und uns auf eine ehrenvolle Art auf unſere Beſitzungen, deren Jede von uns in hieſiger Gegend eine große Menge hat, vegaben, und dort jede Luſt, jede Freude, jedes Vergnuͤgen, doch ohne im gering⸗ ſten ein vernuͤnftiges Ziel zu uͤberſchreiten, mitnäh⸗ men. Dort wollen wir die Voͤgel ſingen hoͤren, dort ſehen, wie Huͤgel und Thaͤler in Grun ſich kleiden, und wie dort die mit Baͤunien und Getreide auf tau⸗ ſenderlei Weiſe angefullten Felder, nicht anders als das Meer, Wellen ſchlagen, und wie der Himmel weit freier, uns, wenn er auch in Trauer ſich huͤllt, ſeine ewigen Schoͤnheiten nicht verſagt, die doch viel ſchoͤner anzuſchauen ſind, als die leeren Mauern un⸗
ſerer Stadt. überdies iſt die Luft dort weit friſcher,
und die Fulle alles deſſen, was in jetziger Zeit zum
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