Einleitung.
nicht, wo ſie es neuerdings her haben, mich er⸗ ſchreckten. Daher duͤnkt es mir, ich beſinde mich hier, ſo wie außerhalb, als auch in meinem Hauſe, ſchlecht, und das um ſo mehr, je mehr es mir vor⸗ kommt, daß kein anderer Menſch, der nur noch die Kraft hat, zu gehen wohin er wolle, ſo wie
r ſie haben, anders hür gebliebe iſt, als wir. Und habe mehrmals(und waͤren es auch nur einige Mal) geſehen und gehoͤrt, wie eben dieſe Leute, ohne irgend einen Unterſchied zu machen zwiſchen dem, was ſich ſchickt und was ſich nicht ſchickt, ſondern wonach es ſie gerade geluſtete, allein und in Beglei⸗ tung, bei Tage und bei Nacht, das thaten, was ih⸗ nen am meiſten Vergnuͤgen machte. Und nicht allein freie und ungebundene Perſonen, ſondern auch die in Kloͤſtern eingeſchloſſenen, bilden ſich ein, daß auch ihnen das anſtaͤnde und nicht verdacht wuͤrde, was Andere thaten, die von allem Gehorſam gegen die Geſetze ſich losgeriſſen, und den ſinnlichen Luͤſten er⸗ geben haben, und ſind, in der Meinung, auf ſolche Art Allem zu entgehen, uͤppig und ausgelaſſen geworden⸗
Wenn dem nun alſo iſt(und man ſieht deutlich⸗ daß es ſo iſt), was machen wir hier? was zoͤgern wir hier? was traͤumen wir? warum ſind wir fuͤr unſer Wohl traͤger und ſaumſeliger als die uͤbrigen Buͤrger? halten wir uns fuͤr weniger werth als alle Andern? oder glauben wir, daß unſer Leben mit ſtaͤr⸗ kern Banden an unſern Koͤrper gefeſſelt iſt, als das der Andern, und daß wir uns auf ſolche Art um nichts zu bekuͤmmern haͤtten,; was ihm nachtheilig


