Einleitung. ſah man ohne rechtmaͤßigen Nachfolger zuruͤckblei⸗ ben! Wie viel tuͤchtige Maͤnner, wie viel ſchone Frauen, wie viel herrliche Juͤnglinge, die nicht nur jeder Andere, ſondern ſelbſt Galenus, Hippokrates oder Vskulap fuͤr die geſuͤndeſten wurden gehalten haben, ſpeiſten noch Morgens mit ihren Anverwand⸗ ten, Gefaͤhrten und Freunden, und aßen, wenn der Abend kam, zu Nacht mit ihren Vorangegangenen in der andern Welt!
Mich ſelbſt widert es an, mich noch laͤnger bei ſolchem Jammer zu verweilen; daher will ich den Theil deſſelben, den ich ſchicklicherweiſe uͤbergehen kann, bei Seite geſtellt ſeyn laſſen, und ſage nur, da es mit unſerer Stadt auf ſolchem Fuße ſtand, daß ſie an Einwohnern faſt ganz leer war, ſo ergab es ſich(wie ich von einem glaubwuͤrdigen Manne ge⸗ hoͤrt habe), daß in der ehrwuͤrdigen Kirche di Santa Maria Novella, eines Dienſtags Morgens, ſich, da faſt kein anderer Menſch noch zugegen war, ſieben junge Damen, nachdem ſie in Trauerkleidern, wie es ſich fuͤr ſolche Zeit ſchickte, das heilige Amt mit an⸗ gehoͤrt hatten, hier zuſammen fanden, die alle, eine mit der andern durch Freundſchaft oder Nachbarſchaft, oder Verwandtſchaft verbunden waren, und von de⸗ nen keine weder aͤlter als 28, noch juͤnger als 18 Jahr, jede klug, von edlem Herkommen, ſchoͤ⸗ ner Geſtalt, mit Sitten und freundlichem Anſtande geziert war. Ich wuͤrde ihre eigenen Namen anfuͤh⸗ ren, wenn nicht ein gerechter Grund mich davon ab⸗ hielte, ſie zu ſagen; und dieſer iſt, weil ich nicht


