Erſter Tag.
was ſie vorraͤthig fanden. Dadurch kam es denn, daß die Ochſen, die Eſel, die Schafe, die Ziegen, die Schweine, die Huͤhner, ſelbſt die den Menſchen ſo treuen Hunde, aus dem eigenen Aufenthalt ver⸗ jagt, auf den Feldern, wo das Korn Preis gegeben daſtand, ohne daß es nicht einmal abgeſchnitten, viel weniger noch eingeſammelt geweſen waͤre, wie es ihnen gefiel, herum liefen. Viele zwar, als wenn ſie Vernunft gehabt haͤtten, kehrten, wenn ſie am Tage hinreichend geweidet, Nachts, ohne irgend ei⸗ nes Hirten Leitung, geſaͤttigt nach ihrem Aufenthalts⸗ orte zuruͤck.
Was laͤßt ſich nun wohl anders ſagen, wenn wir vom Lande wieder nach der Stadt zuruͤckkehren, als: ſo groß war die Grauſamkeit des Himmels und zum Jheil auch der Menſchen, daß zwiſchen dem Monat Maͤrz und dem naͤchſtfolgenden Julius, theils durch die Wuth der peſtartigen Krankheit, und theils weil ſo viele Kranke ſchlecht bedient, und von den Geſunden in ihren Beduͤrfniſſen gaͤnzlich verabſaͤumt wurden, gewiß uͤber hunderttauſend menſchliche Ge⸗ ſchoͤpfe, innerhalb den Mauern der Stadt Florenz, dem Leben entriſſen worden ſind; da man vor dieſer moͤrderiſchen Begebenheit kaum geglaubt haben wuͤrde, daß ſo viel darin waͤren. O wie viel große Pallaͤſte, wie viel ſchoͤne Häͤuſer, wie viel edle Wohnungen, ſonſt angefuͤllt mit großen Familien, mit Maͤnnern, Frauen, blieben bis auf den geringſten Diener leer! O wie viele denkwuͤrdige Geſchlechter, wie viel weit⸗ lauftige Erbnehmer, wie viel beruͤhmte Reichthuͤmer


