Einleitung. 2¹
ſeinem Tode beſtimmt hatte, ſondern nach der naͤch⸗ ſten hin, worauf ſie ihn dann, ohne ſich bei langen und feierlichen Gebeten aufzuhalten, in das erſte beſte Grab, was ſie gerade leer fanden, begruben; bei den gemeinen Leuten, und auch großtentheils beim Wittelſtande, fand, ihres weit groͤßeren Elendes wegen, noch weniger Vorſichtigkeit Statt; denn dieſe wurden theils in Hoffnung, theils aus Armuth in ihren Haͤuſern feſtgehalten, und erkrankten daher ein⸗ ander immer ſo nahe, taͤglich zu Tauſenden; und da ſie weder bedient, noch mit irgend etwas unterſtuͤtzt wurden, ſo ſtarben ſie, ohne irgend eine Huͤlfe zu bekommen; dahin. Es waren ſogar auch viele, die auf oͤffentlicher Straße ſowohl bei Tage als auch in der Nacht verſchieden. Auch viele, die in ihren Haͤu⸗ ſern verſchieden, ließen es ihren Nachbaren eher durch den Geſtank ihrer angeſteckten Koͤrper, als anders wodurch merken, daß ſie geſtorben waͤren; und ſo war alles voll von ſolchen, die allenthalben entweder auf dieſe oder auf jene Art geſtorben waren.
Von den meiſten Nachbaren ward eine und eben dieſelbe Weiſe beohachtet, da ſie alle nicht weniger von der Furcht, daß die Anſteckung der Todten auch ſie ergreifen moͤchte, als auch von der Liebe, die ſie gegen die Verſtorbenen gehegt hatten, dazu angetrie⸗ ben wurden. Sie zogen naͤmlich, ſowohl ſie allein, als auch mit Huͤlfe einiger Traͤger, wenn ſie welche
habhaft werden konnten, die Koͤrper der Verſtorbe⸗ nen aus ihren Haͤuſern heraus, und legten ſie dann vor ihren Thuͤren hin, wo beſonders des Morgens


