Teil eines Werkes 
1. Bdchn. (1827)
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20 Erſter Tag. Nachbaren, ſo wie auch andere Buͤrger mit ſeinen naͤchſten Anverwandten verſammelten, auch wohl nach dem Stande des Verſtorbenen die Kleriſey hinzukam, und derſelbe alsdann auf den Schultern ſeines Glei⸗ chen mit einem Leichen⸗Gepraͤnge bei Wachslichtern und Geſaͤngen nach der Kirche hingetragen wurde, die er vor ſeinem Tode ſich erwaͤhlt hatte. Dies un⸗ terblieb, da die Gewalt der Peſtilenz zu ſteigen be⸗ gann, entweder gaͤnzlich oder doch groͤßtentheils, und es trat ganz etwas anderes an dieſe Stelle. Dieſer⸗ halb ſtarben die Menſchen nicht nur, ohne daß ſie mehrere Frauen um ſich herum gehabt haͤtten, ſon⸗ vern es waren auch viele, die ohne Zeugen aus der Welt gingen, und deren aͤußerſt wenige, denen mit⸗ leidige Klagen oder bittere Thraͤnen ihrer Anverwand⸗ ten waͤren verſtattet geweſen; ja, anſtatt dieſer, lach⸗ ten, ſcherzten und ſtellten ihre Freunde wohl gar Feſte an; und dieſen Gebrauch hatten die Frauen mit Hintanſetzung ihres weiblichen Mitgefuͤhls, zu ihrem igenen Wohl ganz vortrefflich erlernt. Diejenigen waren ſelten, deren Leichnam von mehr als von zehn is zwolf ihrer Nachbaren zur Kirche begleitet wor⸗ den waͤren, von welchen dann nicht die geehrteſten oder wertheſten Buͤrger, ſondern eine Art von hinzu⸗ gelaufenen Todtengraͤbern aus der unterſten Volks⸗ klaſſe, welche dieſes Geſchaͤft gedungen thaten, die Bahre trugen; und auch dieſe trugen ſie alsdann mit ſchuellen Schritten und in Begleitung von vier oder ſechs Geiſtlichen, mit einem Paar Kuͤſtern, oftmals mit gar keinem, nicht nach der Kirche, die er vor