Teil eines Werkes 
1. Bdchn. (1827)
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Einleitung.

gel an ſie Bedienenden litten, entſtand eine Gewohn⸗ heit, von der man vorher nie etwas gehoͤrt hattes naͤmlich, daß, wenn eine artige, ſchoͤne und edle Frau erkrankte, ſie ſich nicht darum kuͤmmerte, ob ſie zu ihrer Bedienung einen Mann, was es auch fuͤr einer waͤre, er mochte jung oder alt ſeyn, hatte, und ob ſie ihm, ohne irgend eine Schaam, jeden Theil ihres Koͤrpers entbloͤßte, nicht anders als wie ſie es gegen eine Frau gethan haben wuͤrde, bloß weil es die Noth⸗ wendigkeit der Krankheit erforderte; was denn die⸗ jenigen, die wieder geſund wurden, in der Folge der Zeit, in den Ruf minderer Anſtaͤndigkeit ſetzte. Aber auch uberdieß erfolgte bei vielen der Tod, die viel⸗ leicht, wenn ihnen geholfen worden waͤre, haͤtten ge⸗ rettet werden koͤnnen. Hierdurch war, theils aus Mangel an gehoͤriger Bedienung, welche die Kranken doch einmal nicht haben konnten, theils auch durch die Gewalt der Peſt, in der Stadt die Menge derer, welche Tag und Nacht ſtarben, ſo groß geworden, daß es zum Erſtaunen iſt, zu ſagen, oder gar mit angeſehen zu haben. Und dieſerhalb entſtanden unter den Buͤrgern, welche leben geblieben waren, der Noth⸗ wendigkeit wegen, Sitten, die von den fruͤhern ganz verſchieden waren.

Es war gebrauchlich(ſo wie wir es auch noch heute im Gebrauch ſehen), daß Frauen, Anverwand⸗ tinnen und Nachbarinnen ſich in dem Hauſe des Ver⸗ ſtorbenen verſammelten, und dort mit denen, die ihm die Naͤchſten geweſen waren, trauerten; und anderen

Theils, daß ſich vor dem Hauſe des Verſtorbenen die