16 Erſter Tag⸗
ſie auch, ſo wie ſie es ſagten, nach ihren Kraͤften ins Werk. Tags und Nachts gingen ſie bald nach dieſer, bald nach jener Schenke hin, tranken ohne Maß und Ziel, und thaten dies oͤfters in fremden Haͤuſern, bloß um dort was zu hoͤren, was ihnen angenehm waͤre oder Vergnuͤgen machte. Sie konn⸗ ten dies auch um ſo leichter thun, weil ein Jeder (als wenn er doch nicht laͤnger leben wuͤrde) ſowohl ſich ſelbſt, als auch alles das Seinige Preis gegeben hatte; woher denn die meiſten Haͤuſer gemeinſchaft⸗ lich geworden waren, und jeder Fremde bediente ſich ihrer, wenn er darauf zu gekommen war, gerade ſo, als wie ſich der eigene Herr ihrer bedient haben wuͤrde; und bei dieſem unſinnigen Benehmen flohen ſie aus allen Kraͤften vor den Kranken. In ſolcher Noth und in ſolchem Elende unſerer Stadt war das ehrwuͤrdige Anſehen der goͤttlichen und menſchlichen Geſetze faſt ganz geſunken, und durch die Diener und Vollſtrecker derſelben aufgeloͤſt, welche, wie jeder Andere, Alle entweder geſtorben oder krank, oder ſo von Leuten enthloͤßt waren, daß ſie ihr Amt gar nicht verſehen konnten; weshalb es denn einem Veden erlaubt war, zu handeln, wie es ihm gut dunkte. Viele Andere beobachteten zwiſchen dieſen beiden oben genannten einen Mittelweg, indem ſie bei den Lebensmitteln ſich nicht ſo einſchraͤnkten, wie die Er⸗ ſten, noch beim Trinken und andern Zugelloſigkeiten ſich ſo gehen ließen, wie die Andern, ſondern nach ihrem Apypetit ſich derſelben bedienten, herumgingen, ohne ſich gerade einzuſchließen⸗ in den Haͤnden Blu⸗


