Einleitung.
genommen haͤtten, und fielen uͤber die hin⸗ und her⸗ geriſſenen Lumpen zur Erde. Aus ſolchen Umſtaͤn⸗ den und noch vielen andern dieſen aͤhnlichen, oder auch wohl noch wichtigeren, entſtand bei denen, die am Leben geblieben waren, mannichfaltige Furcht und Einbildungen, welche faſt alle zu einem ſehr grauſamen Zwecke abzielten, naͤmlich die Kranken zu vermeiden, und ſie nebſt ihren Sachen zu ftiehen; und hierdurch glaubte ein Jeder fur ſich ſelbſt Ret⸗ tung zu gewinnen. Und es waren Einige wirklich der Meinung, daß ein maͤßiges Leben, und ſich vor jedem üebermaß in Acht zu nehmen, viel dazu bei⸗ truͤge, einem ſolchen Zufalle zu widerſtehen; und hatten ſie eine Geſellſchaft alsdann zuſammenge⸗ bracht, ſo lebten ſie von Allem getrennt, begaben ſich und ſchloſſen ſich in diejenigen Haͤuſer ein, wor⸗ in kein Kranker war, und um beſſer zu leben, ge⸗ noſſen ſie uͤberaus mäßig die delikateſten Speiſen und die beſten Weine, flohen jede üppigkeit, und unter⸗ hielten ſich, ohne ſich von Jemanden ſprechen zu laſ⸗ ſen, oder von außen her etwas vom Tode oder Krank⸗ ſeyn hoͤren zu wollen, mit Muſik und allen den Ver⸗ gnuͤgungen, die ſie haben konnten. Andere wieder, zu der entgegengeſetzten Meinung hingezogen, verſi⸗ cherten, hinreichend zu trinken, ſich einen guten Tag zu machen, und ſingend herum zu gehen, und luſtig zu ſeyn, der Luͤſternheit nach jeder Sache, ſo viel man nur könne, Genuͤge zu thun, und uͤber alles, was vorfiele, zu lachen und zu ſpotten, wäre das ſicherſte Mittel gegen ſo ein übel; und dies ſetzten


