12 Erſter Tag.
hier eine unzählbare Menge Menſchen hinweggerafft, und, ohne Aufhören ſich von einem Orte zum andern fortpflanzend, ſich auf eine kläͤgliche Weiſe bis zum Occident ausgebreitet hatte. Es half auch dagegen kein menſchlicher Verſtand, keine Vorſicht; denn wenn gleich die Stadt, durch dazu angeordnete Be⸗ amte, von vielen Unſauberkeiten gereinigt worden, jedem Kranken hereinzukommen verboten ward, viele Beſchluͤſſe zur Erhaltung der Geſundheit abgefaßt wurden, und viele demuͤthige oͤffentliche Gebete, nicht Ein Mal, ſondern mehrmals in Prozeſſionen angeord⸗ net, und auch. auf andere Weiſe zu Ehren Gottes von anderen frommen Leuten angeſtellt worden wa⸗ ren: ſo fing ſie dennoch etwa im Fruͤhjahr des oben genannten Jahres ihre ſchmerzlichen Wirkungen auf eine füͤrchterliche und wundervolle Art zu zeigen an. Und nicht etwa war, wie es im Orient der Fall gewe⸗ ſen, das ein Zeichen des unvermeidlichen Todes, fuͤr ihm das Blut aus der Naſe drang;
einen Jeden, wenni ſondern es entſtanden anfuͤnglich bei den Maͤnnern,
ſo wie bei den Frauen ſowohl im Schvoße, als auch unter den Achſeln, gewiſſe Geſchwuͤlſte in der Groͤße eines gewoͤhnlichen Apfels, andere wie ein Ei, einige mehr, andere weniger, welche die gemeinen Leute Peſtbeulen nannten. Und eine ſolche toͤdtliche Peſt⸗ beule fing an, an den beiden gedachten Theilen des Koͤrpers in kurzer Zeit nach allen Seiten hin zu wachſen und zuzunehmen; und von hier verwandelte ſich alsdann der Charakter der vorgedachten Krank⸗ heit in ſchwarze oder mit Blut unterlaufene Flecken⸗
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