Teil eines Werkes 
16 (1844)
Entstehung
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baden. Man vergreift ſich leichtlich zum erſten Male, aber das Alter macht nicht immer trübe Augen, und die neue Freifrau von Eſenheim iſt von uns zu einer ſolchen gemacht, weil ſie keinen Schwindel kennt und keine Seuf⸗ zerliebe gleich der jetzigen Weiberwelt, weil ſie kein Dutzend Domeſtiken bedarf, ſondern ſelbſt die Hände rührt, und weil das Vergnügen des Eheherrn und ſein Wohlſtand von ihr als Lebenszweck und Lebensfreude betrachtet wurde. Betrachtet einmal, mein Freund, die ſcharfkantigen Strebepfeiler dieſer Burg: ſo wie ſich je⸗ der Sturmläufer an ihnen die Naſe blutig ſtoßen würde, ſo ſind wir gewiß, daß die ſämmtliche Chevalerie Eurer Hauptſtadt, würde ihre verrufene Frechheit das kecke Auge auf die Gebieterin dieſes Schloſſes richten, einem glei⸗ chen Schickſale verfallen dürfte.

Der Leibjäger, ein ältlicher Menſch mit einem von rauhem Bart beinahe verdeckten Antlitz, in deſſen Zügen eine kalte, widerwärtige Rohheit herrſchte, trat ein und meldete die Ankunft des Jagdwagens, beladen mit dem erlegten Wild und mit dem beſchädigten Leibhunde. Früh⸗ ſtück, Gaſt und das hitzige Geſpräch vergeſſend, ſprang der Freiherr auf, ſeinen Liebling zu empfangen, um mit eigenen Händen den Verband ſeiner rühmlichen Wunden zu bereiten.

So wie die Thüre hinter den Waidmännern ſich ge⸗ ſchloſſen, erhob ſich die Freifrau von ihrem Seſſel. Me⸗ lac, Philibert, rief ſie, was habt Ihr, was haſt Du gemacht, welche freundlichen Tage haſt Du uns ver⸗ dorben? Meine Seele ahnete Deine Unbeſonnenheit; warum gelang es mir nicht, Dich vor ſeiner Ankunft zu ſprechen.

Alſo Ihr ginget durch die Nacht? Ihr ginget um