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Beſonnenheit und Geiſteskraft wieder errungen hatte,
fragte nun ruhig nach der kleinen, lieblichen Angela. Auch ſie ſchläft im Gewölbe unter der Kapelle, ein
böſes Fieber nahm ſie hin, antwortete eintönig der
Freiherr.
Todt, rief der Chevalier, der liebliche Engel? Ja, ja, die Mutter konnte nicht ſeyn ohne den herzigen Lieb⸗ ling, und zog ihn mit ſich. Aber wie ertrug Fräulein Klara alle dieſe harten Schläge des Schickſals? ſetzte er lebhafter hinzu. Erlag auch ſie vielleicht? O, wenn das grollende Geſchick einmal ein Haus ſich auserſehen zum Ziele ſeines Haſſes, ſo fallen die Niobepfeile Schuß auf Schuß ohne Mitleid.
Die Freifrau nahm dem Gemahl die Antwort ab. Unſere liebe Klara, ſagte ſie, litt viel und kränkelte lange, darum brachte ſie der ſorgſame Vater nach Straß⸗ burg zu der Familie eines Freundes, um durch die Zer⸗ ſtreuungen der großen Stadt ihr Gemüth zu heilen und die traurigen Eindrücke zu verlöſchen.
So ſeyd Ihr allein im weiten Eigenthume? fragte mit jugendlicher Aufwallung der Ritter. Allein, wo ſonſt ſo freundliche Geſellſchaft Euch umgab? Ihre Geiſter müſſen Euch umtanzen und Eure Einſamkeit muß Euch deßhalb oft marternd erſcheinen.
Die Freifrau ſchien ſehr bewegt, ihre Bruſt hob ſich gegen das Seidengewand und ihr Auge ſenkte ſich auf ihren Schooß; der Schloßherr aber ſagte barſch: Eine gute Hausfrau hat zur Genüge an der Geſellſchaft ihres Ehegatten, die Sorge für ſeine Bequemlichkeit vertreibt ihr am ſchnellſten die Zeit, und die Frauen am Rheine
wiſſen, Gott erhalt's! noch nichts von dem Geiſterver⸗
kehr, in dem die feinen Pariſerinnen ihre Taubenſeelen


