Teil eines Werkes 
16 (1844)
Entstehung
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Mutter ſtarb, antwortete der Freiherr; auch hatte er das Alter erreicht, wo es Zeit wird, in der Fremde ſich Selbſt⸗ ſtändigkeit zu gewinnen, um der Verweichlichung nicht anheim zu fallen. Schon ſeit fünfzehn Monden iſt der Junkherr auf Reiſen und beſieht ſich die Wunder der Schweiz und das geprieſene Wälſchland. Er wird be⸗ dauern, wenn er heimkehrt, Euch verfehlt zu haben.

Auch ich bedaure es zweifach, verſetzte der Ritter lebhaft, denn ich würde mich hochgeehrt, höher erfreut gefühlt haben, hättet Ihr den jungen Telemach, wenn er einmal in die Welt fliegen ſollte, meiner Mentorſchaft übergeben. Wäre der Mentor auch kein Graubart ge⸗ weſen, würde er deſto mehr als eifriger Freund den Jüng⸗ ling mit allen Schätzen der Wiſſenſchaft und des Ritter⸗ thums unſeres herrlichen Frankreichs vertraut gemacht haben.

Er hat vielen Anflug von franzöſiſcher Natur, fiel ſpitzig der Freiherr ein, und der Zögling würde ſicherlich nicht hinter dem Meiſter geblieben ſeyn.

Der Freund würde ſich des glücklichen Rivals gefreut haben, antwortete Melac mit Beſtimmtheit und ſetzte dann mit Bitterkeit hinzu, weil ihn das veränderte Benehmen des Freiherrn beläſtigte und er eine Abwehr verſuchen mußte: Müßte ein Vater nicht ſtolz ſeyn, wenn er einen Sohn beſäße, der an dem erſten Hofe der Welt, am Throne des geiſtreichſten Königs und in der Mitte des gebildetſten Volkes eine Meiſterſchaft gewonnen? Fühlte er nicht dieſen Stolz, möchte er eben kein guter Vater geweſen ſeyn.

Der Schloßherr zuckte kaum merklich zuſammen und ſetzte raſch ſein volles Glas an den Mund, der Che⸗ valier, welcher jetzt in ſeiner Aufwallung ſeine völlige