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meinetwillen? fragte der Chevalier zurückgezogen und ohne Erwiederung ihrer Vertraulichkeit. Aber wie war es Euch möglich, dieſem Manne Eure Hand zu reichen⸗ deſſen leeres Herz, weit geöffnet in allen ſeinen Falten⸗ Euch ſeit Jahren offen gelegen, und nur traurige Er⸗ fahrungen Euch geboten?
Tadelt mich nicht zu raſch, junger Mann, antwor⸗ tete ſie, indem ſie den Blick finſter auf den anmaßenden Frager richtete; Abhängigkeit und Magdthum drückten meine Jugend und zertraten meine Blüthen: nur eine Wahnwitzige hätte das Regiment, die Sorgloſigkeit, die ſichere Zukunft ausgeſchlagen, die ſich ihr darbot. Ja, lächelt nicht ſo ungläubig: dieſer rauhe deutſche Bär iſt mein Sklave, tanzt an der Kette, welche er nicht ſieht. Seine Gewehrkammer, ſeine Hunde und ſein Wald lie⸗ gen außer meinem Zepter, das Uebrige iſt mein, mir allein unterthan, und es fehlt mir nichts in meiner Reſidenz als der Freund, der dem Herzen zu ſpenden vermöchte, was ihm freilich mangelt und was es in jeder einſamen Stunde entbehrt. O Philibert, warum kam der Name Aurora in dieſem Tone von Euern Lip⸗ pen! Denn nur eine Leidenſchaft iſt der böſe Geiſt mei⸗ nes Paradieſes: es iſt die Eiferſucht des Barons, die mit der Blutgier des Jägers Einen Schritt geht. Er iſt blind, ſo lange man ihm keine Fackel vor das Auge hält; er iſt raſend in ſeinem Argwohn, raſend in ſeiner Rachſucht, wenn die Unbeſonnenheit ihm die Bahn, die nächtige Leiter den verdeckten Laubengang eines ſtillen Geheimniſſes zeigt.
Aurora machte alſo ſchon Erfahrungen darin? fragte ſpitzig der Ritter.— Sie erröthete, trat aber dreiſt zu ihm heran und legte ihre Hand auf ſeinen Arm. Philibert,


