Teil eines Werkes 
16 (1844)
Entstehung
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tigen Wolken als der flüchtigſte Edelfalke. Steigt her⸗ nieder zu uns, denn ich verſichere Euch, unſere Baronin würde kein Wohlgefallen an ſolcher windigen Huldigung ſinden. Oder, ſetzte er mit verfinſterter Stirne hinzu, wolltet Ihr vielleicht eine Grabſchrift dichten? Wir lie⸗ ven die Vergangenheit nicht, und überlaſſen die Sorge für die Zukunft dem Schickſale. Doch ich höre die Frau vom Hauſe und habe die Ehre, ſie dem Herrn von Melac vorzuſtellen.

Wirklich that ſich raſch eine Seitenthüre auf und her⸗ ein trat Aurora, und begrüßte frei und unbefangen die Anweſenden.

Aurora? ſtieß Melac hervor in der Ueberraſchung des unbewachten Augenblicks. Der Schloßherr ſchoß einen funkelnden Blick auf ihn und die Dame. Die Baronin von Eſenheim, ſeit einem Jahre ſchon, denn ſo lange iſt es, als uns der Himmel von unſerer erſten Gemahlin erlöste, der die Erde zu arm war, und die mit ihrem durchſichtigen Körper und ihrem heiligen Wandel nie die Erde hätte beſuchen ſollen, ſagte er ſcharf und mit ſpitzi⸗ ger Betonung.

Verzeiht, gnädige Frau! erwiederte der Ritter mit hochrother Wange und ſich leicht verneigend. Mein Aus⸗ ruf galt einer Erinnerung an die fröhliche Kinderzeit, welche vor wenigen Jahren in dieſen Zimmern ein Pa⸗ radiesleben erſchuf und in welche mich das Glück bei meiner erſten Anweſenheit verſetzte, ſo daß ich wieder ein glücklicher Knabe wurde.

Ja, im ſchelmiſchen Pfänderſpiele, oder wenn wir die anmuthigen Räthſelſpiele, die Ihr uns lehrtet, auf⸗ führten, nannten wir uns bei den Taufnamen, fiel Au⸗ rora ein, indem ihr Auge weit offen und faſt mit herri⸗