Teil eines Werkes 
16 (1844)
Entstehung
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Freundlich begrüßte er den Gaſt, drückte ihm derb die

Hand, und bedauerte, daß er geſtern Abend ohne eine Bewillkommnung des Wirthes geblieben, da ſein züch⸗ tiges, zartſinniges Gemahl in ſeiner Abweſenheit den Em⸗ pfang eines jungen Mannes nicht ſchicklich gehalten. Er lachte ſelbſt ſpöttelnd über die übertriebene Furcht der Dame vor ſeiner flammenwerfenden Eiferſucht, und ſetzte maſſiv witzelnd hinzu: Freund Melae ſey ihm von ſeiner vorigen Anweſenheit als ein zu ſchlechter Jäger bekannt, um einen alten Waidmann, wie er ſey, abzuſchießen, und die Leichtfertigkeit der jungen Pariſer pflege auf deutſchem Boden Bleigewicht an den Flügeln zu fühlen, ſeit ihnen der Troubadour von der deutſchen Dame ge⸗ ſungen, die ihre Untreue neben dem Gerippe des frän⸗ kiſchen Buhlen gebüßt und aus ſeinem kaltküſſigen Schä⸗ del den Nachttrunk habe nehmen müſſen zur wohlver⸗ dienten Buße. Der Chevalier fuhr unwillkürlich zuſammen, und der Gedanke an das Wimmern, welches ſein Baptiſt im Thurm gehört, drängte ſich ihm auf, er wußte nicht wie. Er erwiederte jedoch die unhöfliche Bemerkung im Geiſte ſeiner Nation, indem er ſagte: Euer Scherz, mein ver⸗ ehrter Herr, verwundet nur mich, und auch mich nur leicht; denn wer Eure Gemahlin zu kennen beehrt wurde, weiß, daß ſie zu jenen ſeltenen Frauen gehört, welche durch ihren Wandel und ihre reine Gefinnung eine himm⸗ liſche Glorie um die irdiſche Geſtalt zogen, in deren Nähe jeder ſündige Trieb erliſcht, und der leichtfertige Bube ſeine Niedrigkeit erkennen, bereuen und in Buße die Kniee beugen muß.

Der Schloßherr lachte laut auf. Halt, mein junger Freund! rief er ſpöttiſch, Ihr ſteigt ja höher in die iuf⸗

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