ſie dann vielleicht erſchreckt niederſank, wie er es bei jenem Kranken geſehen, wenn er dann die Bewohner des Schloſſes wach rufen mußte, ihr beizuſtehen, ſie in ihr Krankenzimmer zurückzuführen, in welche üble, pei⸗ nigende Lage konnte er gerathen!
Längſt ſtand die Erſcheinung nicht mehr auf ihrem platze, als er ſeine Ueberlegung zu Ende gebracht, und als er vorſichtig auf den Gang trat, ſah er, ſo weit ſein Auge reichte, nichts mehr von ihr. Völlig erſchöpft fühlte er ſich vom Schreck und der unwillkommenen, nicht geahnten Ueberraſchung, und er ſetzte ſich deßhalb eine Weile auf den nächſten Seſſel, harrend, ob die Wan⸗ dernde zurückkommen möchte. Sie kam nicht, und lang⸗ ſam, oft ſtillſtehend und horchend, ſchlich er zu ſeinem Zimmer zurück, fand aber die Thüre deſſelben zu ſeiner Verwunderung feſt verſchloſſen. Er pochte, nichts regte ſich, er pochte lauter, da hörte er Baptiſtens Stimme, die: Alle guten Geiſter! ausſtieß; wie jedoch ſein Zorn⸗ wort jetzt zwiſchen die Beſchwörung donnerte, ſprang der Gequälte ſchnell herbei und ſchob den Riegel zurück.
Ein tüchtiger Backenſtreich traf das blaſſe Geſicht des Gascogners, aber trotz der unerwarteten ſchmerzlichen Begrüßung fuhr der bewegliche Diener unter dem ge⸗ hobenen Arm des Herrn hindurch und verſchloß die Thüre mit ſichtlich bebenden Händen ohne Aufſchub, ohne über die Mißhandlung mit einer Klage Einſpruch zu thun.
Herr, ſagte er dann, ſich in die Kniee werfend, ſchla⸗ get mich mit Allem, was Euch vor die Hand kömmt, nur zieht den Riegel nicht wieder zurück, bis die liebe Gottesſonne in das Fenſter ſcheint. Ach! wüßtet Ihr, wie viele Paternoſter ich indeſſen für Euch und Eure arme Seele gebetet habe, und wie bitterliche Thränen um Euch
Blumenhagen. XVI. 2


