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nete mit zitternder Hand und blickte bebend auf den Gang hinaus. Horch, da regte es ſich fern; ganz am Ende der Gallerie, die, hie und da halb vom Mondlicht erleuchtet, ſich faſt endlos dehnte, bewegte ſich ein wei⸗ ßes Weſen, und zurück flog er in den finſterſten Theil ſeines Kämmerchens. Mit Todesſchauern hörte er das Geziſchel näher kommen, jetzt ſchlüpfte das weiße Ge⸗ ſpenſt an ſeiner offenen Kammerthüre hin und verſank dicht neben ihr in den Boden. Einige Minuten noch
nd er an die kalte Steinwand gelehnt, da wimmerte es wiederum dicht unter ihm, ſeine Füße hoben ſich wie in Krämpfen, zur Thüre ſtieß es ihn, fort, hinaus, bis er die grote Schloßtreppe vorbeigeflohen, bis er da, wo ſich der Flügel winkelicht zum Mittelgebäude fügte, das Kerzenlicht aus ſeines Herrn Zimmer leuchten ſah und kaum die Tbüre deſſelben zu erreichen vermochte. Herr, ſchloß er ſeinen Bericht, dieſes Schloß iſt verwünſcht, wie ſo manches alte Steinneſt in unſerm Frankreich, wo die Barone ſpuken müſſen bis zum jüngſten Gericht, weil ſie Bauern und Fröhner in ihren Erdlöchern zu Tode gemartert. Die deutſchen Freiherren mögen auch nicht aus der Art geſchlagen ſeyn, und wer weiß, welch ein alter Mordritter hier umgeht und aus Langeweile fremden Reiſenden das Genick abſtößt. Lieber Herr, ge⸗ gen derbe Menſchenfäuſte und bei Tage die Bruſt her⸗ zuwenden habt Ihr mich gelehrt, aber gegen Begra⸗ bene, die das Sargkleid abſchütteln und durch welche Fauſt und Degen durchfährt wie durch einen Irrwiſch, dürft Ihr kein gutes Chriſtenkind hetzen, wenn Ihr ſelbſt ein gläubiger Chriſt ſeyd.
Muſter von einem Waffenknecht, rief verächtlich la⸗ chend der Chevalier, ich muß mir nur doch eine Motion


