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fürſten mehr zuſagte, getrennt, oft ſeine Enideckungs⸗ reiſen weit an dem Strome hinauf oder hinunter aus⸗ dehnte.
So verlor er ſich auch in die Gegend, wo ein Herr von Eſenheim mit ſeiner Familie ein altes Steinſchloß bewohnte, das den jungen Ritter durch ſein antikes Aeu⸗ ßere, ſeine köſtliche Lage feſſelte, und in welchem er mit ſeinem kleinen normanniſchen Roſſe eine gaſtifreie Auf⸗ nahme nicht vergebens ſuchte. Doch nach wenigen Ta⸗ gen feſſelte ihn die wirthliche Familie mehr als die Na⸗ turumgebung, und bewog ihn, ſeine Urlaubszeit bis auf den letzten Termin der neuen, den erſt ſeit Kurzem in die fremde Welt eingetretenen Jüngling von mehrfachen Seiten ergreifenden Bekanntſchaft zu weihen.
Der Herr des Schloſſes, ein kleiner, hagerer Mann mit ſcharfen Geſichtszügen, die mehr Geiſt verſprachen, als hinter ihnen wohnte, hatte am erzbiſchöflichen Hofe einen Ehrenpoſten bekleidet. Sein Verſtand genügte den bewegten, ſcharfen Weltverhältniſſen nicht, ſein aufbrau⸗ ſendes, eigenſinniges Weſen ſagte dem biſchöflichen Trei⸗ ben nicht zu, und ſo folgte es natürlich/ daß Herr von Eſenheim ſich zurückgeſetzt ſah, indem man weder ſeine unbeholfenen Dienſtleiſtungen ſuchte, noch ſeiner rauhen Unbeſonnenheit die Geheimniſſe des Staates zu ver⸗ trauen ſich geneigt fühlen konnte. Er gab unwillig den Hofdienſt auf und zog ſich nach ſeiner Stammburg zu⸗ rück, wo er ſelbſt den König ſpielen konnte, wo jedoch das einzig ſich darbietende Vergnügen der Jagd und die Geſellſchaft wilder Jagdgeſellen das Bischen Licht ſei⸗ nes Geiſtes faſt gänzlich verlöſchte und dagegen die ihm angeborene Rohheit und den ihm zur Natur gewordenen Jähzorn wachſen ließ in ungezügelter Naturfreiheit. Herr


