Teil eines Werkes 
16 (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

rung wiederholte ihm eine Periode ſeines Lebens, die ihm zwar unvergeßlich geblieben, welche ſich aber in den drei Jahren, ſeitdem ſie verronnen, nie ſo deutlich ihm dar⸗ geſtellt als jetzt, wo der Zufall ihn wiederum auf ihren Schauplatz gerufen.

Drei Jahre waren verfloſſen, ſeit er in dieſer Gegend einen ſchönen Monat verlebt. Von ſeinem Onkel, dem Marechal de Camp, Grafen von Melac, welcher ihn, der frühe eine Waiſe geworden, väterlich beſchützt und erzo⸗ gen hatte, wurde er damals dem neuen Geſandten am däniſchen Hofe, dem Marquis Bourepeaur, als Cava⸗ lier mitgegeben, um auf der Reiſe zum Norden und im Auslande Welt⸗ und Menſchenkenntniß zu ſammeln und ſich für eine glänzende Zukunft vorzubereiten. Der Am⸗ vaſſadeur erkrankte in Mainz, ſein Uebel zog ſich in die Länge und verzögerte die Weiterreiſe um viele Wochen. Die jungen Edelleute im Gefolge des Marquis, unter denen ſich auch der junge Rouſſeau, des berühmten Jean Jacques Vater, befand, deſſen poetiſcher Geiſt auf ſeine Gefährten unwiderſtehlich einwirkte, zerſtreuten ſich zu nahen und fernen Ausflügen in die herrliche Gegend, und der junge, ſchwärmeriſch⸗ritterliche Philibert Melac, der bisher nur Paris, den Hof des Königs, die Fecht⸗ ſchule und das College, und höchſtens die Dorfſchaften und Rittergüter auf ſechs Meilen in der Runde der Hauptſtadt Frankreichs als das Theater ſeines Lebens gekannt, ward von dem prangenden Gottesgarten, wel⸗ cher den majeſtätiſchen deutſchen Grenzſtrom umkränzt, in ſolches Entzücken verſetzt, daß er gleich einem irren⸗ den Ritter alle ſeine Höhen und verſteckteſten Winkel durchwanderte, und von ſeinen Gefährten, welchen das üppige Treiben in der großen Stadt des geiſtlichen Erz⸗