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Iſt Hülfe möglich, Hoffnung da? fragie Prosper den Wundarzt leiſer.
Keine von Menſchenhand und durch Menſchenwiſſen, antwortete der Gefragte.
Sterben? ſtöhnte der General. Der Tölpel ſchmei⸗ chelt meinen Erben, ehe ſie Trauer tragen.
Ich werde den Prieſter rufen! verſetzte mitleidig der Ritter.
Wer gebietet hier außer mir? röchelte der Blutige und krallte die Fauſt zuſammen. O könnte ich würgen euch Alle, ihr feigen, verhaßten Söldlinge und Sklaven Genua's, würgen die Mutter gleich der verrätheriſchen Tochter!
Da kam ein heißer Unwille in des Ritters Gemüth. Lebhaft drehte er ſich gegen das Bett und ſagte mit Härte: Würger, Deine Fauſt wird nicht mehr morden. Rühmſt Du Dich, ſtatt den Himmel um Gnade zu flehen, Deiner Unthaten, ſo höre: Vanina lebt! lebt oben im Schooße der Mutter! Dieſer Gräuel ruht nicht auf Dei⸗ nem Scheitel, wenn die zürnende Gerechtigkeit droben nicht auch Gedanken und Vorſätze beſtraft.
Baßtelika's Angeſicht verzerrte ſich bis zum Gräßlichen, ſein Leib bäumte ſich auf, er ſtöhnte: Hölle, lügneriſcher Teufel! Mit der Fauſt ſchlug er nach dem Ritter, wälzte ſich gegen ihn hin und ſtürzte vom Ruhebett zum Boden hinab. Man ſprang hinzu, aber ein Blutſtrom aus dem frechen Munde überſchwemmte den Eſtrich; der General athmete nicht mehr.
Als Amondaſchi die Nachricht hinauf zu ve ängſtlich harrenden Verwandten brachte, warf ſich Vanina laut aufſchreiend an die Bruſt der Mutter, und barg ihr Geſicht an ihrem Halſe. Dann reichte ſie die Hand dem
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