Teil eines Werkes 
15 (1843)
Einzelbild herunterladen

Hülfe ſeiner ſchwarzen Heidenſclaven. In den Brunnen ſeines Hauſes zu Marſeille ſoll er ſie geftürzt haben, oder, wie Andere ſprechen, gar den ſchönen Leib zer⸗ ſchnitten und ſeinen ſchwarzen, ungläubigen Hunden zur Koſt vorgeſetzt haben, denn man fand die Leiche nirgends im Hauſe. Ruft das nicht auch zur Vendetta? Sind wir nicht Gehörige nach Ornano, hat uns die Herrſchaft nicht immer Liebes gethan? O! Ihr hättet ſehen ſollen gleich mir, wie rauh und hart er mit der ſchönen Herrin um⸗ ging: es müßte Euch eine Luſt ſeyn, den Hahn abzu⸗ drücken! Und der Baron iſt todt, die Baronin iſt alt und ſchwach und ein Weib, und die Ermordete hat keine Brüder. Aber wir ſind da, und ſchöße der Wütherich mich nieder, wenn meine Kugel ihn gefehlt, verdammt ſey mein Mund, wenn er nur einen Weheſchrei hören ließe im Sterben um das liebe Fräulein.

Adamo nahm raſch die Büchſe, küßte das Heiligen⸗ bild, welches an ſeinem Halſe hing und verließ mit Verderben dräuenden Blicken die Hütte; mit freudigen Mienen folgte der Sohn. Wo gehen die Männer hin? fragte die taube Alte am Herde, und Marta ſchrie ihr den Namen Joſepho in's Ohr und machte ihr mehrere verſtändliche Zeichen. Die Alte nickte befriedigt mit dem Kopfe und ſtarrte nach der Thüre.

Eine lange Pauſe trat ein, dann fielen im fernen Walde zwei Schüſſe kurz nacheinander. Sogleich warf ſich Marta unter dem Kruziſix in die Kniee und betete laut, und auch die Greiſin faltete die dürren Hände, doch ohne die Thüre aus den Augen zu laſſen. Ihr Ge⸗ bet war ein zwiefaches, von ſeltener Miſchung, durch die eigenthümlichſte Volksſitte möglich, wenn auch nicht ent⸗ ſchuldigt. Die Frauen beteten zugleich für das glückliche