Teil eines Werkes 
15 (1843)
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Vendetta! Blutrache! Am Franzoſenvolk, an den Freunden und Befreiern?

Sie ſind dabei, ſind voran! ſprach Andrea fort. Sie waren im Schloſſe; mein Auge folgte dem Fluge der Geier von Baum zu Baum. Der Vetter in Orbolakoni borgte mir ſein Maulthier, um ihnen nachzukommen. Jetzt reiten ſie durch den Wald heran. Es iſt der Ca⸗ pitano, der Mörder des Ohms, und der wilde Sam⸗ pietro mit ihm. Auf, Vater, zu doppelter Vendetta!

Des alten Korſen Antlitz verfinſterte ſich. Gerade jetzt? Warum jetzt? murmelte er gedankenvoll. Die Kugeln da waren nur für Genueſer gegoſſen. Und die da kamen, haben ihre Klingen für denſelben Feind ge⸗ ſchliffen.

Marta ſprang vom Herde her. Du zauderſt, Menſch, wenn der brave Burſche Dich zur Pflicht mahnt? ſagte ſie heftig. Iſt das Blut des guten Bruders ſchon ge⸗ rächt? Muß er nicht ſitzen in jeder Mitternacht auf ſei⸗ nem Grabe und klagen über ſeine feigen, ſaumſeligen Blutsfreunde? Iſt im Stamme der Vitelli's und der Lecca's je ein Mord ungeſühnt geblieben bis heute? Und Du haſt Deinen Bart gekämmt und geſchnitten, haſt das Feuer nicht einmal löſchen laſſen auf Deinem Herde, wie Deine Väter es gehalten? Hättet Ihr den Mörder nicht längſt ſuchen müſſen, und wär's am Ende der Welt?

Adamo ſtieß ſie barſch zur Seite und lud ſein Ge⸗ wehr mit Ingrimm. Aber der General, ſprach er wie zu ſich ſelbſt, iſt eine brave Fauſt und ein eiſernes Herz, ſagen die Leute, und verſteht das Handwerk. Die Inſel könnte ihn gebrauchen.

Und was ſagen die Leute mehr? entgegnete zornig der Sohn. Daß er das ſchöne Fräulein erwürgt mit