Teil eines Werkes 
15 (1843)
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ſchliffen der Stahl, in Ordnung die Gewehre, die uns der liſtige Spürhund mitgebracht; ein Stoß in's Mu⸗ ſchelhorn und die Nachbarn aus den Felſendörfern ſind hier. Wenn die Freunde vom Feſten nur nicht wieder zaudern und ſo lange an ihrer ſteifen Soldateska ſtrei⸗ cheln und ausputzen, bis die neu aufgeregte Flamme verlodert und der friſche Brand zur Kohle wird. Gut Werk muß raſch gethan ſeyn! iſt des Korſen Sprüchwort.

Horch! es regt ſich draußen! Hufſchlag tönt auf dem Waldwege! rief die Frau, und kaum hatte ſie ausge⸗

redet, ſo ſchnob es dicht am Hauſe, die Thüre flog auf,

und Andrea trat ein. Des Burſchen Geſicht war ſchweiß⸗ vedeckt, ſeine Wangen brannten, ſeine Augen glühten, ſein ſchwarzes Haar flatterte ohne Bedeckung um den Nacken und die nackte Bruſt, die ſich ſchwer zu heben ſchien. Er ſtürzte zum Tiſche, faßte eine Büchſe und den Ladſtock, griff in das Pulver, haſchte vom Boden zwei blanke Kugeln auf und lud das Gewehr mit Hef⸗ tigkeit, ehe die volle, athemloſe Bruſt ihm erlaubte, ein Wort zur Erklärung auszuſtoßen. Adamo war aufge⸗ ſprungen und faßte ihn am Arme. Sind ſie da? rief er mit einer Jubelſtimme. Sind ſie gelandet? Ja, ſie ſind da, rief Andrea zurück und ſeine weißen Zähne ſchlugen knirſchend aufeinander, als wäre er ein hungri⸗ ges Raubthier. Beide ſind da, der es gethan und der es befohlen; Beide treibt die Vergeltung uns zugleich in den Schuß.

Wer? welche Beide? fragte ſtutzend der Vater.

Nehmt die Büchſe, Vater! Ladet zwei Kugeln in jeden Lauf! Hinaus zur Vendetta in's Holz! verſetzte der junge Burſche, ohne ſich ſtören zu laſſen, und den Ladeſtock wie mit Luſt wiederholt in den Lauf ſtoßend.

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