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Hinderniß ſtellte ſich ihrer Flucht entgegen, fanden ſie auch das Land von olk durchzogen. Sie machten eine Bogenfahrt landeinwärts, mieden die Städte, und Luciano's Briefſchaften thaten jeder Anfrage Genüge. Die reizenden Ufer der Dürance, die milde Luft des Frühlings wirkten wohlthätig auf Vanina's Gemüth. Das friſche knoſpende Laub der Holzungen, die mit Blü⸗ thenſchnee übergoſſenen Fruchtbäume, die duftigen Anger weckten ihre Lebensluſt und vertrieben ihre ſchwarzen Traumbilder. So kamen ſie auf die Rhede von Monaco und trafen dort glücklich eine korſiſche Galiote, welche zur Abfahrt bereit war. Als ſie an der herrlichen Küſte ſtanden und das Zeichen zur Einſchiffung erwarteten, ſtreckte Vanina in tiefer Rührung die Arme gegen das blaue, ſanftwogende Meer hinaus.
Dort, wo die Nebel ziehen, liegt das Rettungseiland, Luciano, ſprach ſie bewegt, und Du biſt es, welcher mich hinüber führt.
Ein Glücklicher! ſagte er mit Innigkeit. Glücklich wie Perſeus, als er den Drachen beſiegt und die Ketten ſeiner Andromeda gebrochen. Er hatte auf der ganzen Reiſe niemals von ſich geſprochen. Jetzt überraſchte ihn das Gefühl und er fragte mit einem Feuerblick auf ſie: Aber dort, Vanina?
Dort? fragte ſie nach. Dort wird mich die Mutter umhalſen, dort wird mich der Vater ſegnen; ſie werden mich nicht wieder zwingen mit unwiderſtehlichem Eltern⸗ wort, das jedem guten Kinde wie Gotteswort erklingt, in die grauſe Fremde zu ziehen an fremder Hand. O Luciano, es iſt hart und gefährlich, das verwöhnte Kind einem Unbekannten zu vertrauen auf immer! Eltern ſoll⸗ ten das nicht ſo leicht thun, ſo raſch, ſo ungeprüft.
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