Teil eines Werkes 
15 (1843)
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geſtorben ſeyn, führe mich zur Mutter, das iſt Er⸗ löſung, und Vanina's ganzes Leben wird ein Dank werden, ihrem Jugendfreunde, ihrem Bruder, ihrem Erretter, ihrem Engel ausgeſprochen in Wort und Thun, in Allem, was Vanina noch Leben nennen darf und kann.

Er beſänftigte ſich vor der lieben, ſüßklingenden Bitte, und traulich beredeten ſie, was geſchehen ſollte, freilich oft geſtört durch die Sorge, die jedes Geräuſch auf der Straße in ihnen erregte. So kam die Nacht, die längſt erwünſchte. Indeß Luciano die Läden prüfte, welche die Fenſter nach der Straßenſeite verſchloßen, indeß er her⸗ beitrug und ſammelte im Hauſc, was ihnen auf der Flucht nützlich ſeyn mochte, hatte Vanina ihre feuchten Kleider mit einem Anzuge des armen Pasquals ver⸗ tauſcht, und überraſcht ſah ſie Luciano als lieblichen Knaben vor ſich ſtehen. Sie verſicherte, ſich ſtark genug zur Flucht zu fühlen; um Mitternacht öffnete Luciano den Fenſterladen, half ſorgſam der Geliebten hinab, Straße und Markt lagen ſtill im Sternenlichte da, kein Lämpchen ſchimmerte in den Häuſern, glücklich gelangten ſie zu des Ritters Herberge, und ein feſter, tiefer Schlum⸗ mer erquickte die Unglückliche.

Doch ſchon vor Tage riß ein böſer Traum die Mär⸗ terin männlicher Tyrannei wiederum aus dem balſami⸗ ſchen Schlummer, dem Arzte wunder Seelen, und mit ihr war auch die Todesfurcht wiederum erwacht, und ſie trieb mit der kindlichſten Bitte, mit der ergreifendſten Beſchwörung ihren Wächter zur Reiſe. Kaſakoni beſchloß klüglich, die nächſte Küſte und die bedeutenden Häfen zu vermeiden, um jeder möglichen Nachforſchung zu ent⸗ gehen, und ſelbſt dem Zufall, der ſo oft böſen Geiſtern dienſthar ſcheint, keine Gelegenheit darzubieten. Kein