Teil eines Werkes 
15 (1843)
Einzelbild herunterladen

517

mußte er handeln und er beſann ſich nicht lange. Auf demſelben Wege trug er die ſchöne, liebe Laſt zurück und

legte ſie im Cabinet nieder auf das Polſterbett; vorſichtig trat er dann in das Zimmer, in das Haus, und fand zu ſeinem Erſtaunen Alles leer, Alles öde und verlaſſen, und mit ſteigender Hoffnung, mit Vertrauen auf den Himmel ſtieg er in das Unterhaus hinab. Pasquals blutiger Leichnam machte ihn ſtutzen, doch nur einen Augenblick, denn es galt ja weit Höheres. Er fand ge⸗ öffnete Zimmer, er fand Wein, Früchte, Kleidungsſtücke des Pförtners. Beladen damit kehrte er zu Vanina zu⸗ rück, die er ſitzend, in gedankenloſes Hinſtarren verſenkt, wieder traf. Beruhigt durch ſein tröſtendes Zureden, erquickt, geſtärkt durch den Trank, mehr durch die Ver⸗ ſicherung von Sampietro's Entfernung, erholte ſich all⸗ mälig die gequälte Frau und ihr Geiſt erhob ſich im Be⸗ wußtſein, eine treue, liebende Seele, einen Blutsfreund neben ſich als Schutzgeiſt zu wiſſen. Die Pforte iſt ver⸗ ſchloſſen, ſprach Luciano, aber ich werde lärmen, daß die ganze Stadt erwacht, den Mörder zu fangen, zu binden und zu richten.

Nein, nein! verſetzte Vanina und faßte ſeine Hände feſt. Er würde vor uns treten und ich würde vergehen bei ſeinem Anblicke. 3

Der König wird Dich ſchützen, Dich rächen. Er iſt ja da, um die Unſchuld zu ſchirmen, um den Todſünder zum Henkerblock ſchleifen zu laſſen.

O! Du kennſt dieſes Land nicht.

So wird ihn meine Klinge ſuchen, zur Rechenſchaft fordern, und nicht ruhen, bis er oder ich im Sande liegt.

Du? fragte ſie mit Innigkeit. Und wer beſchirmte dann die wiederum Verlaſſene? Nein, nein, laß mich