Aechzen zu hören; da packte ihn die entſetzlichſte Angſt, und mit ſtarkem Fuße trat er die Bretterthüre in Stücken. Baſtelika warf in demſelben Augenblicke die Thüre hinter ſich zu, der lange Donner krachte zugleich, Alles erſchüt⸗ ternd, und ſo konnte ſein gewaltſamer Eintritt dem Ohre des Wütherichs unbemerkt bleiben.
Was mußte er erblicken! Er hatte alle Gräuel der Erde, alle möglichen Unthaten, mit welchen der Menſch den Boden, der ihn geboren, befleckt und ſchändet, in der Nähe geſehen, aber das Alles erblich vor dieſem Bilde. Das ſchönſte, reinſte Geſchöpf Gottes lag vor ihm im Todeskampfe, von der unglaublichſten Barbarei
der Vernichtung geweiht. Er ftürzte hinzu; er riß mit
bebenden, unſichern Händen das Tuch von ihrem Halſe;
doch ohne Athemzug, ohne Herzſchlag, mit ſtarren, offe⸗ nen Augen, mit erſchlafften Gliedern lag die Geliebte einer Leiche gleich in ſeinen Armen. Auch ſein Herzſchlag
ſtockte, auch ſein Athemzug ſchien zu erſöſchen, doch die
Noth des Augenblicks rettete ihn vor Sinnloſigkeit, deren Annäherung er mit Entſetzen fühlte. Sollte er den Mör⸗ der zurückrufen? Vergebens blickte er nach rettenden Mit⸗ teln ſich um. Schwül und dick drückte die Luft des lang⸗ verſchloſſenen Zimmers auch auf ſeine Bruſt. Die Angſt gab ihm einen Entſchluß ein. Er ſchwang die ſchöne Leiche auf ſeine Schultern. O! er empfand ja nichts von der eben geheilten, ſchmerzenden Hand, und trug ſie
hinab in den Garten. Rieder legte er ſie auf den naſ⸗
ſen Raſen der Terraſſe; er riß Gürtel, Armband, die Spangen des Mieders von ihr; der kalte Regen plät⸗ ſcherte nieder auf das Marmorgeſicht und die Schnee⸗ bruſt, die drängende Zeit litt ja keine Schonung. Er
warf ſich zu ihr, küßte ihre kalten Lippen und hauchte
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