Teil eines Werkes 
15 (1843)
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dieſe Thürme über Dich zuſammenwirft! Ungeheuer, das Hyänenmilch geſäugt! Korſiſche Blutrache müßte meine Weiberhand mit dem Meſſer bewaffnen, aber ich über⸗ laſſe Dich einer höheren Rache, die Dich längſt gezeich⸗ net. Entmenſchter Barbar, der nur die Geſtalt des Men⸗ ſchen an ſich trägt, beflecke uns nicht länger mit Deiner verpeſteten Nähe! Brudermörder, Vatermörder, Mut⸗ termörder, Mörder Deines Weibes, hinaus, denn ich möchte zicht Zeühe ſehn des Gerichts, was nahe Deinem Scheitel ſchweben muß, wenn ein Allgerechter über den Wolken die Thaten wägt.

Der rieſige Mann ſtand zum erſten Male erſchüttert, vernichtet faſt dem gewaltigen Weibe gegenüber. Es kochte in ihm, aber die Wuth konnte nicht reifen; auch die eifigſte Gewiſſenloſigkeit hält dem Strahle der Wahr⸗ heit nicht Stand. Mühſam raffte er ſeine Geiſteskraft zuſammen. Ich weiche der unſinnigen Beſchuldigung, die nur der geſchwächten Greifin zu verzeihen iſt. Wenn ich mit einem Regimente meines Königs wiederum in dieſen Höfen erſcheine, werde ich mir eine andere Auf⸗ nahme erzwingen! ſagte er verbiſſen, ging und rief mit donnernder Stimme nach den Pferden. Erſchöpft ſank die Baronin in einem Seſſel zuſammep, aber ihr leuch⸗ tendes Auge ſprach vom Siege.

Wir müſſen einige Schritte zurückthun, und einen zerriſſenen Faden wiederum anknüpfen, um das Uner⸗ wartete und Ueberraſchende in den letzten Scenen auf⸗ zuklären.

Sicherlich hat der Scharfſinn der ſchönen Leſerin längſt in dem Fremden, welcher an jenem Schreckenstage

Blumenhagen. Rv. 33